Im Klinikum Hochrhein gilt jetzt Besuchsverbot

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 29. Oktober 2020

Kreis Waldshut

Schwangere dürfen eine Begleitperson zur Geburt benennen / Sterbende und Langzeitpatienten können besucht werden.

(BZ). Das Ansteigen der Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat jetzt auch Auswirkungen auf das Klinikum Hochrhein in Waldshut. Die Klinikleitung hat ein Besuchsverbot erlassen, das am heutigen Donnerstag in Kraft tritt. Es gilt bis auf einige wenige Ausnahmen generell.

Wie ausführlich berichtet, ist seit dieser Woche auch der Landkreis Waldshut Corona-Risikogebiet. Wie Klinikgeschäftsführer Hans-Peter Schlaudt sagt, gilt das Besuchsverbot bis auf Weiteres. Es werde stets dem Infektionsgeschehen angepasst. Schlaudt im Wortlaut: "Wir befinden uns in einem hochsensiblen Bereich und haben derzeit zwei primäre Ziele: Zum einen müssen wir unsere Patienten schützen – zum anderen müssen wir jedoch auch leistungsfähig bleiben. Leistungsfähig bedeutet in diesem Fall, dass wir einen Viruseintrag ins Klinikum vermeiden müssen, um unter Umständen einem stark erhöhten Patientenaufkommen gerecht werden zu können. Dies ist uns im Rahmen der ersten Corona-Welle durch strikte Maßnahmen gelungen, nun sind wir leider erneut gefordert."

Erst vergangene Woche hatte die Klinik die Besuche auf einen Besucher pro Patienten und Tag begrenzt, nun muss nachgebessert werden. "Die Corona-Lage ist dynamisch, das spüren wir in allen Lebensbereichen. Dennoch gilt es, jetzt durchzuhalten. Wir haben in der vergangenen Woche ein hohes Maß an Aggressivität seitens der reglementierten Besucherströme erlebt, dass uns stellenweise fassungslos gemacht hat", so Schlaudt. Er findet deutliche Worte: "Wir erlassen diese Regeln nicht, um jemanden zu ärgern oder zu quälen, sondern um Menschen zu schützen. Jeder, der dieser Tage in Rage gerät, weil er seinen Angehörigen nicht sehen kann, sollte sich fragen, wie es ihm ginge, wenn er dafür verantwortlich wäre, dass sich Corona in einem Krankenhaus ausbreitet und das Leben ohnehin geschwächter Menschen gefährdet."

Wie bereits im Frühjahr gibt es Ausnahmen vom Besuchsverbot. Diese gelten für Schwangere, die eine Begleitperson zur Geburt und den anschließenden Besuchen benennen dürfen, sowie für Sterbende und Langzeitpatienten. Die Angehörigen von Sterbenden und Langzeitpatienten werden vom Klinikum informiert. "Ich hoffe und baue darauf, dass sich die Angehörigen unserer Patienten an das Besuchsverbot halten und unsere Mitarbeiter nicht in Diskussionen verstricken. Wir haben für Rückfragen zum Verfahren die E-Mail-Adresse besuche@klhr.de eingerichtet. Da besteht Raum für Rückmeldungen", erklärt Schlaudt.

Trotz der steigenden Infektionszahlen und den damit verbundenen Ängsten mahnt das Klinikum jedoch auch dazu, im Notfall Arztpraxen oder das Krankenhaus aufzusuchen. "Wir haben im Rahmen der ersten Welle gesehen, dass vor allem chronisch Kranke das Krankenhaus meiden. Dies hat zu erheblichen Verschlechterungen des Allgemeinzustandes und zu erhöhten Todesfällen im häuslichen Bereich geführt", erklärt Schlaudt und führt aus: "Gerade chronisch Kranke, vor allem herzkranke Patienten suchen bitte ihre Ärzte oder das Klinikum auf, wenn sie eine Verschlechterung ihres Gesundheitszustands wahrnehmen. Warten kann tödlich sein."

Um die Sicherheit für Mitarbeiter und Patienten im Klinikum zu erhöhen, wird bei jedem stationären Patienten im Rahmen der Aufnahme ein Corona-Schnelltest gemacht. Weiterhin sind die terminierten Sprechstunden räumlich so getrennt, dass die stationären Patienten vor einer Infektion geschützt sind.