Im Tischtennis ist auch ein 12:0 künftig möglich

Uwe Schwerer

Von Uwe Schwerer

Do, 03. September 2020

Tischtennis

Der Bundesverband hat angesichts der durch die Pandemie geänderten Bedingungen seine Wettspielordnung geändert.

Die Spielklassen des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) werden die Saison 2020/2021 mit einer teilweise der Covid-19-Pandemie angepassten Wettspielordnung beginnen. Unter anderem wird auf das Doppel verzichtet. Dies gilt in der kommenden Saison bis hinunter in die Oberliga. Die Beschlüsse des Präsidiums, das teilte der DTTB mit, dienten dem Gesundheitsschutz und sollen den Bestand der Lockerungen gewährleisten. Die Vertreter der führenden Tischtennis spielendenden Vereine in der Region aus Offenburg und Hohberg gehen grundsätzlich damit konform.

Während die Mannschaftskämpfe aller Spielsysteme nun künftig ohne Doppel stattfinden, werden aber alle Einzel gespielt. Dies bedeutet, dass der Mannschaftskampf nicht beim Erreichen des Siegpunktes endet, also dann, wenn eine Mannschaft sieben Punkte geholt hat, sondern nach Austragung des letzten Einzels gemäß des Spielsystems. Das Ergebnis des Mannschaftskampfes reicht demnach dann künftig von 12:0 bis 6:6.

Thomas Huck, der zweite Vorsitzende der TTSF Hohberg, ist grundsätzlich einverstanden mit diesen Beschlüssen, von denen das Hohberger Team in der Regionalliga betroffen ist. Dass die Doppel gestrichen wurden, bedauert er aber: "Die Doppel sind eigentlich eine eigene Disziplin beim Tischtennis, sie haben ihren ganz besonderen Reiz. Aber Mannschaftsspiele ohne Doppel sind besser, als wenn man gar nicht spielen würde." Angesichts dessen begrüßt Huck, dass künftig alle Einzelspiele ausgetragen werden, unabhängig von der Frage, ob die Mannschaftspartie bereits entschieden ist. Er verweist darauf, dass dies in der Jugend bereits üblich war, weil es dort darum geht, den Nachwuchskräften ausreichend Spielpraxis zu ermöglichen. "Dass durchgespielt wird, ist toll, gerade weil durch die fehlenden Doppel insgesamt weniger Spiele stattfinden. Die Zuschauer sollen schließlich ausreichend Tischtennis sehen können." Bisher standen theoretisch 16 Spiele auf dem Plan, künftig werden maximal deren zwölf ausgetragen. Huck rechnet so: "Es wird an zwei Tischen gleichzeitig gespielt, pro Partie muss man rund 30 Minuten veranschlagen. Demnach hat man eine Gesamtspielzeit von ungefähr drei Stunden."

Auch Tim Karcher, Sprecher der DJK Offenburg, bei der drei überregional spielende Teams betroffen sind, bedauert den Wegfall der Doppel, sagt aber: "Das ist die einzige Möglichkeit, die Abstandsregeln einzuhalten und deshalb die logische Konsequenz aus dieser Lage. Das ist ein notwendiges Übel. Wichtig ist, dass überhaupt gespielt werden kann."

Dass alle zwölf Partien ausgetragen werden, betrachtet Karcher durchaus differenziert: "Wenn man 0:7 hinten liegt und die letzten Spiele trotzdem noch durchwürgen muss, kann das sehr zäh werden. Andererseits war es bisher oft so, dass im hinteren Paarkreuz oft nur ein Einzel stattfand. Jetzt haben alle Spieler die Chance, gleich viele Partien zu bestreiten. So gesehen ist diese Regelung begrüßenswert."

Diese Änderungen gelten von Bundesliga bis Oberliga. Huck erwartet im Übrigen auch, dass die regionalen Verbände, die für die Spielklassen unterhalb der Oberliga zuständig sind, in dieser Hinsicht bald nachziehen werden.