Mal Kontinuität, mal viel Wechsel

Jelka Louisa Beule

Von Jelka Louisa Beule

Mi, 22. Mai 2019

Freiburg

WAHL VOR ORT (7): Die Ebneter Listen im Vergleich.

FREIBURG-EBNET. Seit 2009 ist Bernhard Sänger (CDU) Ortsvorsteher in Ebnet – und der 71-Jährige würde es auch nach der Ortschaftsratswahl gerne bleiben. Viele Bewohner des Ortsteils hätten ihn zum Weitermachen aufgefor

dert, berichtet Sänger. Im Ortschaftsrat selbst hat er allerdings auch Kritik einstecken müssen, vor allem vom Forum Ebnet, das als zweite Liste ins Rennen geht. Nummer drei sind die Freien Wähler, bei denen es große Veränderungen gibt: Von den vier amtierenden Räten stehen drei nicht mehr zur Wahl.

Er habe in seiner zehnjährigen Amtszeit viel erreicht, sagt Ortsvorsteher Bernhard Sänger – und diese Arbeit wolle er fortführen. Dabei setze er wie bisher auf den Dialog. Statt "mit dem Kopf durch die Wand zu wollen", halte er Konsenslösungen für zielführender, auch in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung. Er wolle dafür Sorge tragen, dass sich "Ebnet moderat weiter entwickelt". Zu den noch umzusetzenden Projekten gehöre ein Multifunktionssportfeld beim neuen Sportplatz. Neben Sänger stehen auch zwei der drei weiteren jetzigen CDU-Räte zur Wahl, Matthias Heizmann kandidiert zusätzlich für den Gemeinderat (Platz 35).

Anders sieht es bei den Freien Wählern aus: Ortschaftsrat Christian Hagenberger kandidert als einziger der vier Räte wieder. Aber es sei gelungen, so meint er, gute neue Kandidaten zu finden – darunter bekannte Namen wie der ehemalige Forstamtsleiter Hans Burgbacher. Angeführt wird die Liste von Claudia Schröder, die früher deren Geschäftsführerin war. Hagenberger tritt auch für den Gemeinderat an (Listenplatz 14) – mit dem Ziel, dem Freiburger Osten im städtischen Gremium mehr Gewicht zu verleihen. Auch im Ortschaftsrat sei es wichtig, dass das Gremium mit einer Stimme spreche: "Dann können wir die Interessen von Ebnet besser gegenüber der Stadtverwaltung vertreten." Oben auf der Prioritätenliste stehe der Rückbau der Schwarzwaldstraße. Benötigt werde zudem ein größerer Bürgersaal und eine öffentliche Toilette im Bereich der Dreisamhalle. Bei Baugebieten sei es den Freien Wählern wichtig, das richtige Maß zu finden.

Das Forum Ebnet ist im Ortschaftsrat aktuell mit vier Frauen vertreten. 2014 war Gabi Dierdorf für Nikolaus von Gayling nachgerückt, der aus gesundheitlichen Gründen ausschied. Nun steht der Schlossherr wieder zur Wahl – auf Listenplatz 12. Dierdorf und ihre drei Ratskolleginnen treten ebenfalls erneut an, sie selbst kandidiert zudem auf der Kulturliste für den Gemeinderat (Platz 4). Forum-Spitzenkandidatin ist Beate Schramm. Wichtig sei, so betont sie, aktiv Themen aufzugreifen – und nicht nur auf Vorlagen der Verwaltung zu reagieren. Auch dem Forum liegt der Schwarzwaldstraßen-Rückbau am Herzen, es wolle sich zudem für einen besseren Takt beim öffentlichen Nahverkehr einsetzen und für eine sozialverträgliche Bebauung: "In Ebnet müssen auch Leute mit nicht so dickem Geldbeutel leben können." Bei neuen Baugebieten sei es wichtig, auf einen "qualitativ wertvollen Städtebau" zu achten. Zuletzt hatte das Forum Ebnet einige Male Kritik an Ortsvorsteher Sänger geübt – vor allem im Zusammenhang mit dem Baugebiet Hornbühl-Ost, aber auch beim Thema Einfachwohnen (die BZ berichtete).

Forum Ebnet und Freie Wähler haben vor, eigene Kandidaten als Ortsvorsteher ins Rennen schicken, wollen aber noch keine Namen nennen, sondern das Wahlergebnis abwarten.