BZ-Aktion Weihnachtswunsch

In Freiburg wächst die Zahl der Menschen mit sehr kleiner Rente

In Freiburg leben zurzeit weniger Menschen mit Bürgergeld als vor einem Jahr. Aber es wächst die Gruppe derjenigen, deren Rente zu klein zum Überleben ist, oder die zu krank sind zum Arbeiten.  

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Die Gruppe der Bürgergeld-Beziehenden ist in Freiburg zuletzt gesunken.  | Foto: Karl-Josef Hildenbrand (dpa)
Die Gruppe der Bürgergeld-Beziehenden ist in Freiburg zuletzt gesunken. Foto: Karl-Josef Hildenbrand (dpa)

Die Themen Bürgergeld und Rente sind seit einiger Zeit ständig in der Diskussion: Beim Bürgergeld werden nun die Sanktionen verschärft, und bei der Rente ist fraglich, ob – oder wie lange noch – es bei den derzeitigen Standards bleibt. Wenn diese Standards allerdings sinken, droht denjenigen Rentnerinnen und Rentnern, die jetzt schon nur knapp ihr Existenzminimum sichern können, der Abstieg in die Grundsicherung. Beim Vergleich der aktuellen Situation in Freiburg mit dem Vorjahr zeigt sich, dass derzeit weniger Menschen auf das Bürgergeld angewiesen sind, die Zahlen der alten und kranken Menschen, die Grundsicherung beziehen, aber seit Jahren ansteigt. Während vor einem Jahr noch 4417 Menschen mit Grundsicherung lebten, sind es nach den aktuellen Zahlen der städtischen Pressesprecherin Tabea Krauß zurzeit rund 5300 Menschen. Noch deutlicher ist der Unterschied beim Vergleich mit 2022: Vor drei Jahren erhielten 4064 alte oder kranke Menschen Grundsicherung. Von den derzeit rund 5300 Menschen in der Grundsicherung ist die Chance, dass sie in ihrem Leben noch jemals aus dieser Situation herausfinden, bei den meisten sehr klein: Nur rund 900 von ihnen fallen in die Gruppe derjenigen, die aus gesundheitlichen Gründen lediglich vorübergehend als erwerbsunfähig gelten. Die weitaus größere Gruppe besteht aus chronisch kranken Menschen oder Rentnerinnen und Rentnern.

Fast 1400 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte brauchen zusätzlich Bürgergeld

Die Gruppe der Bürgergeld-Beziehenden dagegen ist in Freiburg – und das ganz ohne neue, verschärfte Sanktionen – gesunken: Zurzeit leben nach den Zahlen von Arbeitsagentur-Sprecher Hanspeter Fakler 14.261 Personen in 7680 Haushalten mit Bürgergeld. Vor einem Jahr waren es 15.061 Menschen in 7952 Haushalten. Unter den derzeit 14.261 Menschen, die mit Bürgergeld leben, sind 4502 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Vor einem Jahr waren es noch 4823. Von den 9759 erwachsenen Bürgergeld-Beziehenden arbeiten 1370 Menschen – das sind rund 14 Prozent – in sozialversicherungspflichtigen Jobs. Sie verdienen aber zu wenig für den Lebensunterhalt. 214 von ihnen haben Vollzeitjobs, 890 arbeiten in Teilzeit und 266 als Auszubildende. Wegen der kriselnden Wirtschaft und dem großen Wandel auf dem Arbeitsmarkt schätzt Hanspeter Fakler die Lage derzeit als nicht ganz einfach ein: Betriebe würden sich mit der Schaffung neuer Arbeitsplätze zurückhalten und nicht alle Stellen neu besetzen, die wegfallen, wenn Ältere in den Ruhestand gehen. Dazu komme, dass sich viele Berufe veränderten oder wegfielen, andere entstünden neu. Das bringe nicht nur für Erwerbslose große Herausforderungen mit sich, sondern auch für viele, die Arbeitsplätze haben. Wer schon länger arbeitslos sei und keine oder nur geringe Qualifikationen mitbringe, sei besonders gefährdet, arbeitslos zu werden oder es zu bleiben.

Für Menschen im Asylverfahren ist Unterstützung deutlich niedriger

In einer nochmal ganz anderen Situation sind Menschen, die zurzeit im Asylverfahren sind und daher gar nicht arbeiten dürfen. Diese Gruppe ist in Freiburg zurzeit klein und besteht nur aus 547 Menschen, darunter sind 170 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Im Vergleich zu allen, die mit Bürgergeld oder Grundsicherung leben, müssen sie mit nochmal deutlich weniger Geld über die Runden kommen. Erwachsene Einzelpersonen im Asylverfahren erhalten 441 Euro im Monat. Bei Menschen mit Bürgergeld oder Grundsicherung dagegen sind es 563 Euro – dazu kommen noch die Übernahme der Miete, wenn die Wohnungsgröße und die Miete als "angemessen" gelten, sowie der Heizkosten – nicht aber der Strom. Partnerinnen und Partner oder andere Haushaltsangehörige erhalten sowohl im Asylverfahren als auch beim Bürgergeld oder bei der Grundsicherung jeweils geringere Summen: Im Asylverfahren sind es 397 Euro, bei Bürgergeld oder Grundsicherung 506 Euro. Auch bei Kindern und Jugendlichen weichen die Summen von Menschen im Asylverfahren deutlich von denen in Bürgergeld- oder Grundsicherungs-Familien ab: Eltern im Asylverfahren erhalten je nach dem Alter ihrer Kinder zwischen 299 und 391 Euro pro Kind, bei Familien mit Bürgergeld oder Grundsicherung liegen diese Summen je nach dem Alter des Kindes zwischen 357 bis 471 Euro.

BZ-Aktion Weihnachtswunsch: Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau, IBAN: DE77680501010002399506, BIC: FRSPDE66XXX. Stichwort "Aktion Weihnachtswunsch". Spenden fließen in einen Topf, aus dem Zuschüsse verteilt werden (keine Sachspenden-Vermittlung). Online:mehr.bz/aww-spende.

Schlagworte: Hanspeter Fakler, Tabea Krauß
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