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Wahlwiederholung

In Kenia kommt es im Vorfeld der Wahl zu Protesten

Vor der Wahlwiederholung in Kenia kommt es zu heftigen Protesten. Junge Demonstranten entzünden in Kisumu Barrikaden. Das Volk der Luo sieht sich trotz eines Urteils des Obersten Gerichtshofs im Nachteil.

  • Anhänger hören in Nairobi einer Rede von Oppositionsführer Odinga zu. Foto: dpa

Ein Mann in weitem blauen Gewand und violettem Turban kniet mit einem Hirtenstab in der Hand vor einer Felswand und betet. Erst murmelt er, dann schreit er auf. Inbrünstig fleht er seinen Gott Obongo na Kalaka an, dem Volk der Luo zur Seite zu stehen, wie es vor ihm schon Zigtausende seiner Landsleute getan haben. Denn Kit-Mikayi, wie die bizarre Felsformation im Westen Kenias genannt wird, ist ein heiliger Ort der Luo. Regelmäßig pflegen die Angehörigen des ostafrikanischen Volkes zu den aufeinander getürmten Granitbrocken zu pilgern, um für Frieden, Regen oder Kindersegen zu beten. Dann zünden sie zwischen den Felswänden Kerzen an, schlagen Hühner gegen den Stein und lassen das Blut von Ziegen in die Felsspalten fließen.

"Unser Gott hat uns noch nie im Stich gelassen", sagt der 69-jährige John Buyungeso, dem wie allen traditionellen älteren Luo-Männern die sechs unteren Schneidezähne fehlen: "Er wird uns auch jetzt wieder helfen." Bei den Worten des Heiligtumwärters handelt es sich wohl eher um eine Beschwörung als um Gewissheit: Denn einmal mehr fühlen sich die Angehörigen des Luo-Volks von ihren Widersachern und der Geschichte übers Ohr gehauen. Sie hatten fest damit gerechnet, die Präsidentschaftswahl im August endlich einmal für sich und ihren Kandidaten Raila Odinga entschieden zu haben: Doch als die Wahlkommission den bisherigen Präsidenten Uhuru Kenyatta mit 54 Prozent der Stimmen zum Gewinner erklärte, sahen sie sich wieder einmal um den Sieg betrogen.

Zwar ordnete der Oberste Gerichtshof in ...

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