In professionellen Händen

Gabriele Hennicke

Von Gabriele Hennicke

So, 01. Dezember 2019

Staufen

Der Sonntag Seit einem Jahr ist der Caritasverband Breisgau-Hochschwarzwald für die Staufener Tafel zuständig.

Wer wenig Geld hat, spart oft beim Essen. Tafelläden in Staufen

, Bad Krozingen und Breisach verkaufen gespendete Lebensmittel an Menschen mit Berechtigungsschein günstiger, seit Anfang 2019 unter Trägerschaft des Caritasverbands Breisgau-Hochschwarzwald.

Pünktlich am Mittwochnachmittag um 15 Uhr sind die Tische und Regale im kleinen Tafelraum im Staufener Kapuzinerhof voll, das Warenangebot ist bunt. Da stehen Obst und Gemüsekisten, es gibt Brot und Wurstwaren. Eine junge Alleinerziehende hat ihren Einkaufskorb vollgepackt. "Seit drei Jahren kaufe ich hier ein und bin froh um das Angebot, vor allem um Obst und Gemüse", sagt sie. Die vergangenen zwei Wochen konnte sie wegen der Arbeit nicht kommen, das merke sie im Geldbeutel.

"Ich finde gut, dass dank der Tafeln weniger Lebensmittel weggeschmissen werden", ergänzt eine andere Kundin. Eine ältere Frau kauft für die Mutter ein, die einen Berechtigungsschein besitzt. Sie selbst engagiert sich ehrenamtlich in der Kleiderkammer Bad Krozingen, die wie die Kleiderkammer in Breisach auch von der Staufener Tafel betrieben wird.

Der Verein "Staufener Tafel" hat sich 2002 gegründet und betreibt seither die Tafelläden in Staufen, Bad Krozingen und Breisach. Die drei Läden zusammen versorgen pro Jahr etwa 800 Haushalte mit preiswerten Lebensmitteln. Diese werden vom Lebensmitteleinzelhandel gespendet, wenn sie wegen Schönheitsfehlern oder weil das Haltbarkeitsdatum bald abläuft regulär nicht mehr verkauft werden können.

Anfang 2019 hat die Staufener Tafel, die bis dahin dem Landesverband angehörte, die Trägerschaft in die Hände der Caritas Breisgau-Hochschwarzwald gegeben. "Wir machen jährlich 250 000 Euro Umsatz, haben rund 80 ehrenamtliche Mitarbeiter, Minijobber und eine Teilzeitstelle, da brauchte es dringend professionelle Strukturen", sagt der Vereinsvorsitzende Dirk Monath. Er verweist dabei auf die hohen Anforderungen hinsichtlich Personalverwaltung, Arbeitssicherheit, Gesundheitsvorsorge und Datenschutz. Die Caritas Breisgau-Hochschwarzwald biete diese Strukturen.

Der Verband ist schon länger Träger der Hochschwarzwälder Tafel in Titisee-Neustadt. Mit der Wirtschaftsfachwirtin Silke Eckert-Lion beschäftigt er einen eigenen Fachdienst für die Tafelläden. "Wir sind ein Lebensmittelunternehmen wie jeder Einzelhändler und müssen die gleichen Anforderungen erfüllen", sagt Eckert-Lion auf Nachfrage. Ihre Aufgabe sei es, dafür zu sorgen, dass die gesetzlichen Vorgaben erfüllt werden. Gleichzeitig berät sie die Mitarbeiter der Tafeln fachlich.

Sowohl in Baden-Württemberg als auch in ganz Deutschland ist etwa die Hälfte der Tafeln als gemeinnütziger Verein organisiert, die andere Hälfte gehört zu Trägern wie der Caritas, dem Diakonischen Werk oder dem Roten Kreuz. Wie die Staufener Tafel wechseln einzelne Tafeln immer wieder zu Wohlfahrtsverbänden als Träger, sagt Wolfhart von Zabiensky, ehrenamtlicher Vorstand des Tafel-Landesverbands.

"Die Gesetzgebung hinsichtlich Datenschutz und Arbeitssicherheit macht es den vereinsgeführten Tafeln schwer, trägergeführte haben es da einfacher", sagt er. Schulungen der Landesverbände hinsichtlich Datenschutz und Arbeitssicherheit hätten den ehrenamtlichen Vorständen erst verdeutlicht, wie hoch die Anforderungen tatsächlich seien, so von Zabiensky weiter. Hinzu komme wie in allen Bereichen ehrenamtlichen Engagements die Überalterung der Vorstände und die Schwierigkeit, jüngere Leute für die Vorstandsarbeit zu gewinnen.

Laut Zabiensky bleibe die enge Verbindung der Tafeln zum Landesverband nach einem Trägerwechsel bestehen. Auch für die Mitarbeiter und Kunden in den Läden ändert sich dadurch nichts, wie das Beispiel Staufen beweist. Der Verein firmiert nun unter dem Namen "Förderverein Staufener Tafel e.V." und sammelt Spenden für die Arbeit der Tafeln. Jeden Monat steuert er 200 Euro aus Spendenmitteln zu, für die Trockenwaren wie Kaffee, Mehl, Zucker und Öl im örtlichen Supermarkt gekauft werden. Auch Spenden aus der Bevölkerung gibt es immer wieder, aktuell gerade selbstgekochte Marmelade und den Honig eines Staufener Imkers.