Insektenschutz

Industrie und Politik sind die Schuldigen – nicht die Landwirte

Roland Eisele

Von Roland Eisele (Bonndorf)

Mo, 01. März 2021

Zu: "Ohne Insekten geht es nicht", Beitrag von Bernhard Walker (Kommentar & Analyse, 11. Februar)

Ich weiß leider nicht, was am Kompromiss von Agrar- und Umweltministerium beim Insektenschutz zu begrüßen wäre. Und zu schreiben, Agrarministerin Glöckner (CDU) treibe den Glyphosat-Ausstieg voran, entspricht leider nicht der Wahrheit. Frau Glöckner ist doch der Prototyp einer Lobbyistin und völlig fehl am Platz im Agrarministerium.

Was dringend notwendig wäre, ist ein kompletter Umstieg auf ökologische Landwirtschaft, ohne Wenn und Aber. Die Landwirte sind doch vor allem die Leidtragenden der heutigen umweltschädlichen Anbaumethoden. Und sie vergiften nicht nur die Insekten, sondern die gesamte Nahrungskette und auch sich selbst.

Deshalb ist der Ausweg aus dieser Situation nur durch eine konsequente Umstellung der bisherigen Praxis zu erreichen. Die Landwirte müssten unterstützt werden, indem sie Fortbildungen zur Umstellung auf Bio-Landwirtschaft bezahlt bekommen. Die Ausbildung dürfte ausschließlich auf Biohöfen stattfinden.

Zu glauben, mit Frau Glöckner und Frau Schulze (SPD) sei eine echte Verbesserung zu erreichen, ist allenfalls naiv. Die beiden sind in ihren Ressorts maximal als Handlangerinnen der Industrie zu bezeichnen. Ich sehe ausdrücklich nicht die Landwirte selbst als Schuldige der Verseuchung unserer Böden an, sondern selbstverständlich die Industrie und die Politik. Es wird höchste Zeit, dass auch Umweltschutzverbände ihre Ziele klarer definieren und sich nicht von den Lobbys vereinnahmen lassen. Wer den "Kompromiss" als gut bezeichnet, hat genau dies schon getan. Roland Eisele, Bonndorf