Kontroverse

Legitim oder nicht? Die Bundeswehr in Schulen

Steve Przybilla

Von Steve Przybilla

So, 26. Mai 2019 um 10:02 Uhr

Deutschland

BZ-Plus Die Bundeswehr ist auf freiwilliges Personal angewiesen – und bemüht sich verstärkt um die Zielgruppe der unter 18-Jährigen. Ist das für eine Parlamentsarmee legitim oder Schleichwerbung fürs Militär?

Helles Hemd, dunkelblaues Sakko, Bundesadler an der Brusttasche: Hauptmann Stefan Gram sieht schick aus. Mit seinem sanften Blick und der ruhigen Stimme wirkt der 28-Jährige so gar nicht wie ein schießwütiger Klischee-Soldat, eher wie ein nachdenklicher Pädagoge. Genau das ist Gram in diesem Moment auch. Als Jugendoffizier steht er vor der 9. Klasse der Grund- und Hauptschule Lenzkirch und referiert über Sicherheitspolitik.

Aus Sicht der Bundeswehr. Gram spricht über seinen Werdegang, über das Raketenabwehr-System "Mantis", über die blaue Uniform, die die Zugehörigkeit zur Luftwaffe symbolisiert. Dann wendet er sich an die Klasse und fragt, wofür man Jugendoffiziere wie ihn überhaupt braucht. "Na, um Leute anzuwerben", antwortet ein Schüler. "Ist doch der perfekte Ort." Gram schüttelt den Kopf. "Das ist mir verboten", entgegnet er und spricht stattdessen von Transparenz. "Noch nie wurde in Deutschland so viel Geld fürs Militär ausgegeben. Da haben wir die Pflicht, Auskunft zu geben."

Darf ein Soldat den Platz des Lehrers einnehmen?
Der kurze Dialog fasst eine Debatte zusammen, die seit Jahren in Deutschland schwelt und durch den Vorstoß der Berlin-SPD ("Keine Bundeswehr an Schulen") nun wieder Fahrt aufnimmt: Darf ein Soldat den Platz des Lehrers einnehmen? Soll eine demokratisch kontrollierte Armee auch im Klassenzimmer über ihre Aufgaben informieren? Oder wird dadurch eine Hintertür geöffnet, um bestimmte Sichtweisen zu propagieren und Minderjährige zum Militärdienst zu überreden?

In der Diskussion werden jedoch oft zwei verschiedene Soldatentypen ...

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