Gemeinderat wirbt in eigener Sache

Michael Masson

Von Michael Masson

Fr, 08. Februar 2019

Kappel-Grafenhausen

Neun Interessierte kommen zu einer fiktiven Sitzung.

KAPPEL-GRAFENHAUSEN (mima). Die Kommunalwahlen im Mai rücken näher, in den Gemeinden wird fleißig an Kandidatenlisten gebastelt. Doch die Zahl derer, die bereit sind, für eine symbolische Aufwandsentschädigung als Bürgervertreter in örtlichen Parlamenten viele Abendsitzungen zu begleiten, sinkt stetig. Das hat man in Kappel-Grafenhausen zum Anlass genommen, überparteilich um entsprechendes kommunalpolitisches Engagement zu werben.

In der zweiten Auflage von "Was macht eigentlich eine Gemeinderätin/ein Gemeinderat?" kamen am Montag immerhin neun Interessierte, sechs Männer und drei Frauen, unmittelbar vor der anstehenden Gemeinderatssitzung in den Sitzungssaal im Grafenhausener Rathaus. Dazu hatten sich die meisten der Gemeinderäte eingefunden, samt Verwaltungsmitarbeitern.

Bürgermeister Jochen Paleit erläuterte eingangs die später folgende Tagesordnung der Gemeinderatssitzung. Dann war für Fragen ausrechend Zeit. Eine Fragerin erfuhr, dass Entscheidung über Bauvorhaben oft jahrelange Planungen vorausgingen, bis diese dann in Auftragsvergaben enden. Das sei nicht zuletzt wichtig wegen der Förderung durch das Land. Teils noch etwas schüchtern oder abwartend saßen die Gäste dem Gremium gegenüber. Ob Pflichtaufgaben wie die gesetzlich vorgeschriebene Schaffung neuer Kindertagesstättenplätze oder umweltfreundliche Mobilität per Elektroautos: Das seien ebenso alltägliche Themen der Kommunalpolitiker wie die Annahme von Spenden an die Gemeinde oder kommunale Institutionen, über die im Gremium entschieden wird, damit sich ein Bürgermeister nicht dem Vorwurf ausgesetzt sieht, er habe ein Spendenfluss beeinflusst. Ausnahmsweise begann die Gemeinderatssitzung dann ein paar Minuten später. Dann führten sich die Gäste mit weiteren Zuhörern die vorab erläuterten offiziellen Tagesordnungspunkte interessiert zu Gemüte.