Vorfälle im Schwimmbad

Einheitliche Regeln in den Bädern in Kehl und Straßburg sollen eingeführt werden

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 14. August 2019 um 17:46 Uhr

Kehl

Die beiden Nachbarstädte am Rhein, Straßburg und Kehl, wollen ihre Schwimmbadregeln einander angleichen. Ein Besuch des Bades in Straßburg-Wacken.

In den Freibädern in Kehl und im Ortsteil Auenheim verläuft der Betrieb seit den schweren Vorfällen im Frühsommer ohne größere Zwischenfälle. Das Maßnahmenpaket der Stadt, ergänzt um Kontrollen der französischen Polizei, zeigt Wirkung. Allerdings: Ab und zu wird ein Hausverbot verhängt, zudem werden Dinge gefunden wie Messer oder Drogen, die in einem Bad nichts verloren haben. Jugendliche, die zuvor nach Kehl kamen, sind nun verstärkt im einzigen Freibad von Straßburg, dem im Stadtteil Wacken, anzutreffen.

Auch im dortigen Freibad geht es derzeit ruhig zu. Der Leiter des Kehler Freibades, Thomas Struck, hat sich dort umgesehen und mit den Verantwortlichen gesprochen, wie die Stadtverwaltung Kehl jetzt mitteilt. Ziel sei eine "Harmonisierung der Bäderordnungen" beider Städte.

Bei 2720 Besucherinnen und Besuchern ist Schluss

Wie viele Badegäste das Freibad in Wacken an einem bestimmten Tag (noch) aufnehmen kann, kann jeder im Internet einsehen. Auch vor dem Bad kann man an einem leuchtenden Display ablesen, wie viel Platz noch ist. Bei 2720 Besucherinnen und Besuchern ist Schluss: Einlass erst, wenn jemand das Bad verlässt.

Zwei Security-Mitarbeiter kontrollieren am Eingang alle größeren Badetaschen. Messer, wenn auch nur zum Obstschneiden, Glasflaschen oder Alkohol müssen draußen bleiben. Was konfisziert wird, können sich die Badegäste am Ende des Besuchs wieder abholen. Im Bad selbst herrscht Rauchverbot, nur in einer kleinen Ecke darf geraucht werden. Wer sich nicht daran hält, wird einmal ermahnt – und beim weiteren Mal des Bades verwiesen. Vier Security-Leute und vier Mediateure auf der Liegewiese achten darauf, dass die Regeln eingehalten werden, berichtet die Leiterin des Bades. In der Regel komme man mit sieben Security-Kräften aus, bei Bedarf können bis zu zehn Kräfte angefordert werden.

Shorts und T-Shirts sind nicht gestattet

Auf zwei Plakaten ist abgebildet, welche Badekleidung erlaubt ist – und welche nicht. Auf der Liegewiese kann jeder anhaben, was er möchte, doch die Beckenzugänge kann nur passieren, wer die vorgeschriebene Badekleidung trägt: Shorts oder T-Shirt sind nicht gestattet.

Die Reinigungskräfte, die für die Inseln mit Duschen und Umkleiden auf der Liegewiese oder für die Sanitärräume im Hauptgebäude zuständig sind, sind den ganzen Tag über anwesend. Sie achten darauf, dass sich Badegäste weder rasieren noch sich die Haare färben, erklären die Hausregeln und helfen bei Problemen mit dem Spind. Zwei Teamchefs unterstützen die Badleiterin, zehn Schwimmmeister und vier Mitarbeitende an den Kassen gehören zur festen Mannschaft. Dazu kommen Saisonkräfte.

Keine Handgreiflichkeiten oder Prügeleien

Handgreiflichkeiten oder gar Prügeleien habe es in den vergangenen sieben Jahren, seit das Bad so umgebaut ist, dass es auch im Winter öffnen kann, nicht gegeben, berichten die Mitglieder des Leitungsteams. Unverschämtes Auftreten oder Beschimpfungen von Schwimmmeistern kämen vor – und führten meist zum Rausschmiss. Der Zaun um das Freibad in Wacken ist 2,50 Meter hoch – überklettert wird er bisweilen nachts.