Kino im Kursaal braucht neue Leinwand

Cornelia Liebwein

Von Cornelia Liebwein

Mo, 27. Mai 2019

St. Blasien

Der Verein "Kino und Kultur" in St. Blasien hat eine Spendenaktion gestartet.

ST. BLASIEN. "Film ab" hieß beim ersten Spendenabend des Vereins "Kino und Kultur St. Blasien" im bestens besuchten Kursaal. Denn zur Verwirklichung eines Leinwandprojekts sind Spenden in größerem Umfang nötig. Zuvor konnten Interessierte mit Vorstandsmitglied Hermann-Josef Popiolek einen Blick auf die Kinotechnik werfen.

19 Uhr, noch gut eine halbe Stunde bis zum Filmstart "Bohemian Rhapsody" über Queen-Frontman Freddy Mercury. Während sich der Kursaal füllt, rockt die Musik des Weltstars aus den Boxen. Die Mitglieder des Vereins beantworten unterdessen immer wieder Fragen, auch Popiolek. Er ist an diesem Abend dafür verantwortlich, dass der Film reibungslos läuft. Seine Schaltzentrale, die nur selten ein Kinofan zu sehen bekommt, erreicht er über eine geschwungene Holztreppe, wohin er jetzt jene mitnimmt, die Interesse an einem Blick hinter die Kulisse haben.

Vor den kleinen Fenstern stehen die Filmprojektoren und schielen über die roten Sitze hinweg in Richtung Leinwand. Die riesigen Geräte mit mächtigen, für Filmrollen vorgesehenen Vorrichtungen, füllen einen Großteil des Raumes und sind Relikte aus alten Zeiten. Knapp davor steht der Beamer. "Ohne den funktionsstarken Beamer könnten wir wegen schlechter Bildqualität auf der welligen, jetzt alten Leinwand, gar keine Filme mehr zeigen", erklärt Popiolek. Der Beamer bringe mit zwei Linsen das Bild auf die Leinwand, erläutert er. Eine der beiden sei für den räumlichen Effekt da. Die Entfernung bis zur Leinwand auf der Bühne betrage 30 Meter, da bräuchte der Beamer "ordentlich Power". Sieben Lautsprecher sind im Saal verteilt, drei allein seien für einen Dialog nötig.

Es ist 19.30 Uhr, jetzt flimmert die Produktion von Roman Kalka über die Leinwand. "Roman Kalka hat vor vier Jahren den kleinen Vorführfilm zusammengeschnitten, um unsere Arbeit zu präsentieren", berichtet Vereinsvorsitzende Christina Haberstig. Kurz kommen darin auch Geschäftsleute, Stadtrat Thomas Mutter oder Ehrenbürger Wolfgang Endres zu Wort. Der Verein mit 46 Mitgliedern, 16 von ihnen seien Aktive, vor allem aus St. Blasien, Häusern, Dachsberg und Bernau, würde sich über jede weitere Unterstützung freuen, sagt Haberstig. Noch heute seien von den damaligen Gründungsmitgliedern im Jahr 2005 fünf aktiv.

Auch über die Notwendigkeit einer neuen Leinwand spricht sie. Haberstig erinnert auch an den ersten Beamer, mit dem der Verein den Einstieg in die digitale Vorführtechnik schaffte. Für dessen Kauf habe der Verein Filmfördermittel erhalten. Mit Geld aus dem laufenden Betrieb wurde die schrittweise Umrüstung der Tonanlage finanziert. Das Ende der 35-Milimeter-Rollentechnik hätte eine nicht zu bewältigende Investition in Digitaltechnik bedeutet, weshalb das Filmprogramm darauf beschränkt wurde, was auf DVD und jetzt Blu-Ray zu haben ist, erfuhren die Gäste.