Klassik im Landkreis

Roswitha Frey

Von Roswitha Frey

Fr, 15. März 2019

Klassik

Konzerte in Lörrach, Efringen-Kirchen, Rheinfelden, Schopfheim-Eichen und Schloss Beuggen.

Sie gilt als neuer Stern am Opernhimmel: Regula Mühlemann bezaubert mit klarer Stimme und Anmut auf den internationalen Opern- und Konzertbühnen. Die junge Schweizer Sopranistin wird im Frühling und Sommer zwei Mal in der Region zu erleben sein: zum einen am 22. März im Burghof Lörrach mit barocken Opernarien, die sich um die schillernde historische Figur der Kleopatra drehen, zum anderen am 28. Juli bei einem Liederabend in der Reihe der Schlosskonzerte Beuggen.
Der letzten Königin Ägyptens huldigt Regula Mühlemann in ihrem zweiten Album "Cleopatra – Baroque Arias". Im Burghof Lörrach wird die gefeierte Sängerin am 22. März, 20 Uhr, diese prächtigen Cleopatra-Arien aus verschiedenen Barockopern von Carl Heinrich Graun, Alessandro Scarlatti, Georg Friedrich Händel, Antonio Vivaldi und Johann Adolf Hasse aufführen und den Zuhörern diese sagenumwobene antike Frauengestalt nahe bringen. Begleitet wird die Solistin vom Barockorchester La Folia (Violine und Leitung: Robin Peter Müller), das den Abend durch instrumentale Werke von Barockmeistern wie Geminiani bereichert. Große Namen aus der Klassikszene ziehen sich auch durch die weiteren klassischen Konzerte im Burghof zwischen März und Mai. Der Top-Bratschist Nils Mönkemeyer spielt am 26. März, 20 Uhr, bei einem Duoabend mit dem Pianisten William Youn ein erlesenes und unkonventionelles Programm, das mit selten gehörten Werken für die Besetzung Viola und Klavier aufwartet. So erklingen Benjamin Brittens "Lachrymae", eine Hommage an John Dowland, den elisabethanischen Meister der Melancholie, sowie die Sonate für Viola und Piano der britischen Komponistin Rebecca Clarke.

Zur illustren Prominenz auf den internationalen Klassikpodien gehören die aus Lettland stammenden Schwestern Baiba Skride (Violine) und Lauma Skride (Klavier). Sie bilden zusammen mit der Cellistin Harriet Krijgh und der Bratschistin Lise Berthaud das "Skride Quartett". Am 3. April sind die Spitzenmusikerinnen im Burghof mit dem Klavierquartett c-Moll von Richard Strauss und – verstärkt durch den Kontrabassisten Dominik Wagner – mit Schuberts populärem Forellenquintett zu hören.

Streichquartettkunst auf höchstem Niveau verspricht auch am 30. April das renommierte spanische Cuarteto Casals. Die vor mehr als 20 Jahren in Madrid gegründete Formation steht für Klarheit, ausgewogenes Ensemblespiel und superbe Streicherkultur. In Lörrach spannen sie einen weiten Bogen vom Barock bis zur Moderne, von Purcells Fantasien über die Wiener Klassiker Haydn und Beethoven bis zu Neutönerischem wie György Kurtágs 12 Mikroludien für Streichquartett. Die Reihe "Junges Podium" bietet am 5. Mai eine spannende Begegnung mit dem aufstrebenden Artis Gitarrenduo. Julia Zielinski und Christian Zielinski demonstrieren bei ihrer Matinee in Stücken von Händel und Bach und Spanischem von Joaquin Rodrigo, Isaac Albéniz und Manuel de Falla, was sich an Farbigkeit und facettenreichem Klang aus zwei Gitarren holen lässt.
In Rheinfelden geht am Sonntag, 17. März, 18 Uhr, die Saison der Meisterkonzerte mit beliebten Hits aus Barock und Klassik zu Ende. Das Kurpfälzische Kammerorchester Mannheim unter Leitung von Nicolas Chalvin sorgt im Bürgersaal mit Mozarts Serenade "Eine kleine Nachtmusik" für heiter-elegante Serenaden-Stimmung und hat mit Vivaldis Zyklus von Violinkonzerten "Die vier Jahreszeiten" ein weiteren populären Publikumsfavoriten im Notengepäck. Die junge Violinistin Milena Wilke wird als Solistin in Vivaldis tonmalerischen Naturbeschreibungen glänzen.
Bei den Schlosskonzerten Beuggen sind die Freiburger Spielleyt immer wieder gern gehörte Gäste und Publikumsmagneten. Am 7. April, 17 Uhr, führt das Ensemble für frühe Musik sein Publikum im Rittersaal von Schloss Beuggen in die Zeit des Mittelalters und der Renaissance. Auf historischem Instrumentarium wie Zink, Schalmei, Dudelsack, Laute, Flöten, Harfe, historischer Gitarre und Perkussion lassen die Spielleyt und ihre Sängerin Regina Kabis auf stilkundige Art Stücke und Lieder so authentisch erklingen, wie sie einst an Kaiser- und Königshöfen erklungen sind: eine Zeitreise, die das Leben, die Musik und Dichtkunst in den Burgen und Schlössern von einst widerspiegelt.

Der Cellist Denis Severin, Professor an den Hochschulen Genf und Bern und künstlerischer Leiter und Organisator der Schlosskonzerte, bringt am 19. Mai sein studentisches Celloensemble Cellissimo an den Hochrhein. In wechselnden Besetzungen werden sieben Studierende aus Lettland, Weißrussland, Frankreich und Spanien Stücke aus verschiedenen Epochen aufführen – ein Cellovergnügen der besonderen Art.

Auch die intime Form der Liedkunst wird in dieser Reihe gepflegt. Einen Glanzpunkt setzt vor der Sommerpause, am 28. Juli, die Schweizer Sopranistin Regula Mühlemann, die sich mit ihrer Klavierpartnerin Tatiana Korsunskaya "Liedern der Heimat" widmet. Die Sängerin arbeitet schon länger mit der Pianistin zusammen, das Duo ist gerade dabei, eine gemeinsame CD einzuspielen.
Mit etablierten Künstlern auf hohem Niveau warten die Kammerkonzerte Efringen-Kirchen auf. Am 31. März, 17 Uhr, gastiert im Museum Alte Schule das renommierte Minguet Quartett, das zu den international bekanntesten Streichquartetten gehört. Ihr Programm mit Werken von Haydn, Josef Suk, Mendelssohn und einer Mahler-Bearbeitung verspricht Kammermusik in erlesener Qualität.

Seltenheitswert hat das Recital für Harfe solo am 2. Juni. Sarah O’Brien, die 20 Jahre lang Soloharfenistin des Concertgebouw in Amsterdam und bei den Münchner Philharmonikern war und nun eine Professur für Harfe an der Hochschule der Künste in Zürich und der Musikhochschule Basel inne hat, lebt in Efringen-Kirchen. So kam dieses reizvolle Konzert für Harfe solo zustande, in dem die Künstlerin den Klangzauber und die virtuosen Möglichkeiten ihres Soloinstruments in barocken Werken von Rameau und Scarlatti und Impressionistischem von Fauré und Tailleferre entfalten kann.
Klangkombinationen, wie man sie selten hört, locken in die Dorfkirche von Schopfheim-Eichen, wo in der Reihe der Eichener Sonntagsmusiken am 24. März, 17 Uhr, das aus vier Musikern aus der Region bestehende Ensemble Dúil die Magie der irischen Musik mit melancholischen Balladen und schnellen Tänzen heraufbeschwört. Virtuose Blockflöte solo rückt Martin Stadler am 26. Mai ins Blick- und Hörfeld, unter anderem mit Bearbeitungen von Orgelwerken von Johann Sebastian Bach für Blockflöte.

Die niederländische Cellistin Ceciel Strouken, Organisatorin der Eichener Sonntagsmusiken, führt am 7. Juli mit ihrer Schwester Marjolein Dispa aus Amsterdam Duette für Bratsche und Cello von Barock bis in die Gegenwart auf: ein reizvoller schwesterlicher Streicher-Dialog. http://mehr.bz/burghofklassik
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