Donaueschinger Musiktage

Komponist zerstört Instrumente - Protest gegen Orchester-Fusion

Alexander Dick

Von Alexander Dick

Mo, 22. Oktober 2012 um 02:54 Uhr

Klassik

Protest, Politik, Provokation: Die Donaueschinger Musiktage im Spannungsfeld von Mensch, Medien und Maschine. Die geplante Fusion der SWR-Orchester aus Freiburg und Stuttgart überschattet das Festival.

Der Mann eilt entschlossen auf das Konzertpodium. Er hat sich ein Violoncello und eine Violine angeeignet und verknüpft die beiden mit ihren eigenen Saiten. Dann streckt er die zwangsvereinigten Instrumente in die Luft und ruft: "Das ist kein Kunstwerk. So sieht die Fusion zweier historisch gewachsener Klangkörper aus."

Wenig später wird Johannes Kreidler, der Komponist, der den Auftakt der Donaueschinger Musiktage 2012 im Handstreich gekidnappt hat, die beiden Instrumente mit seinen Füßen zertreten… Jeder weiß was gemeint ist. Und natürlich fühlt sich so mancher an Fluxus, die radikale, antielitäre Kunstbewegung der 1960er erinnert, bei der so manches alte Klavier unter der Klinge der Axt zersplitterte. Allein: Das ist kein Fluxus. Eher Antifluxus. Denn hier richtet sich die Protesthaltung gegen die geplante Fusion der beiden SWR-Referenzorchester in Freiburg und Stuttgart. Gegen Kultur- und Traditionsabbau. Tempora ...

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