Essay

Weder Leitstier, noch Popstar: Nachdenkliches zum Beethoven-Jahr 2020

Alexander Dick

Von Alexander Dick

Mo, 30. Dezember 2019 um 20:15 Uhr

Klassik

BZ-Plus Ein ganzes Jahr lang feiert die Klassikwelt ihr Genie – kann das gut gehen? Über die Risiken und Chancen des Beethoven-Jubiläumsjahres 2020.

Die Gegenwart tut sich nicht leicht mit dem Blick auf die Kunst vergangener Tage. Zumal wenn es um klassische Musik geht. Im Zeitalter der Massenkultur hat sich der Definitionsansatz für große Kunst verschoben – Quantität ist das alles entscheidende Kriterium. Naht ein rundes Datum, an dem es einen Großen von damals zu feiern gilt, bedarf es ergo eines aktuellen Transmissionsriemens: Der große Künstler von damals wird zum Star umfunktioniert. Und wenn der Superlativ nicht ausreicht, muss ein anderer her: Popstar. Den für 2020 hat vor ein paar Wochen schon der Spiegel bestimmt: "Ein Popstar wird 250 – Beethoven".

Eigentlich wird Ludwig van am 17. Dezember 2020 (Taufdatum) ein Vierteljahrtausend alt. Gut möglich, dass das die wenigsten noch wahrnehmen – wollen. Denn das Beethoven-Jahr, das in Bonn schon zwölf Monate vorher ausgerufen wurde, könnte im schlimmsten Fall bis dahin ...

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