Jeder stirbt für sich allein

Alexander Dick

Von Alexander Dick

Fr, 03. August 2012

Klassik

SALZBURGER FESTSPIELE: Giacomo Puccinis Oper "La Bohème" mit Anna Netrebko, inszeniert von Damiano Michieletto, dirigiert von Daniele Gatti.

Manchmal fühlt sich das Sterben in der Oper gänzlich gekünstelt, musikalisch konstruiert an. In Puccinis "La Bohème" ist das anders, viel radikaler. Mimì haucht ihr Leben ganz leise aus – "dormire" – schlafen – ist ihr letztes Wort, und nur eine Generalpause kündet von ihrem Tod. Dessen wiederum ihre Freunde erst etliche Takte später gewahr werden. Jeder stirbt für sich allein – so eindrucksvoll, so tieftraurig hat man das in der Oper nur ganz selten. So eindrucksvoll wird es auch nicht alle Tage inszeniert wie von Damiano Michieletto bei den Salzburger Festspielen. Der italienische Opernregie-Senkrechtstarter macht aus der Not der Cinemascope-Bühne im Großen Festspielhaus eine Tugend: Die räumliche Distanz der sterbenden Mimì auf der linken und ihrer verzweifelten Freunde auf ...

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