"Eine Stradivari im Hals allein bringt nicht weit"

Daniel Gramespacher

Von Daniel Gramespacher

Mi, 10. November 2010

Klassik

INTERVIEW:Der in Lörrach aufgewachsene Bassbariton Hanno Müller-Brachmann über Karriere, Klassikvermarktung sowie Defizite in der Kulturpolitik.

Hanno Müller-Brachmann (40) zieht es zurück in den Süden: Im Sommer 2011 verlässt der in Lörrach aufgewachsene Bassbariton nach 13 Jahren das Ensemble der Berliner Staatsoper und nimmt an der Musikhochschule Karlsruhe eine Professur an; am 14. November tritt er mit dem Motettenchor Lörrach in seiner Heimatstadt auf. Daniel Gramespacher sprach mit Müller-Brachmann über seinen Wechsel von Berlin nach Baden, seine Heimatverbundenheit, das Stimmenfestival, Träume und den Spaß am Singen.

BZ: Herr Müller-Brachmann, viele Sänger würden sich die Finger danach lecken, von einem so renommierten Haus wie der Berliner Staatsoper mit einem Stardirigenten wie Daniel Barenboim als Chef engagiert zu werden. Sie gehen freiwillig. Warum?
Müller-Brachmann: 13 Jahre sind eine tolle Zeit. Meine erste Premiere, frisch von der Hochschule noch ohne Konzertexamen, war Wagners Meistersinger als ein Meister. Und jetzt habe ich meinen ersten "Rheingold"-Wotan unter Barenboim gesingen. Ich denke, das ist eine tolle Entwicklung. Die Schwaben werden ja mit 40 g’scheit. Bei den Badenern ist es nicht viel anders. Jetzt möchte ich mein Leben etwas selbstbestimmter gestalten. Ich habe ja drei Kinder, da möchte ich präsenter sein. Als Professor kann man sich seine Zeit selbstständiger einteilen. Als Ensemblemitglied erfährt man um 14 Uhr, wie der nächste Tag abläuft; das ist schwierig, wenn die Frau auch arbeiten will. Ich werde aber natürlich weiter singen und international unterwegs sein. Meine Basis ist aber nicht mehr die Oper in Berlin, sondern die Hochschule in der badischen Hauptstadt.

BZ: Sie treten in den großen Konzerthäusern der Welt mit erstklassigen Interpreten auf. Was reizt da an einem Konzert mit einem Laienchor in der katholischen Kirche in ...

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