Max Lui

Kleine Stoffkunde – Die Modeexperten von Max Lui führen in die Materie ein

Sa, 26. Mai 2018 um 11:43 Uhr

Anzeige Aus welchem Stoff ist eigentlich ein Anzug? Markus Arenz und Marco Mesler vom Freiburger Label Max Lui teilen ihr Wissen über Stoffe, Webereien und warum man seinen Anzug mit in die Dusche nehmen sollte.

Das gängigste Material für die allermeisten Anzüge ist ein stetig nachwachsender Rohstoff mit beeindruckenden Qualitäten: Die Schurwolle. "Schurwolle ist super als Grundstoff, denn es gibt davon sehr viel und sie ist unglaublich strapazierfähig", erklärt Marco Mesler in den Geschäftsräumen von Max Lui in der Belfortstraße. Hier finden sich unzählige Ordner und Bücher mit hunderten Stoffproben aus aller Welt – die allermeisten von ihnen Schurwolle. Als Ausgangsmaterial für Anzüge finden Markus Arenz und Marco Mesler diese ideal. "Schurwolle ist unkompliziert. Die reinigt sich im Prinzip selbst", sagt Arenz. "Du musst deinen Anzug eigentlich nur ab und zu ausbürsten oder ins Badezimmer hängen, wenn du duscht. Durch den Wasserdampf entknittert sich alles von ganz alleine. Zur Reinigung musst du frühestens nach anderthalb bis zwei Monaten."

Der Feinheitsfaktor bei Schurwolle wird mit Bezeichnungen wie "Super 120" gekennzeichnet. "Super 100" bedeutet beispielsweise, dass 100 Meter des Garns 1 Gramm wiegen. Je höher die Zahl wird, desto feiner ist das Garn" sagt Markus Arenz. Das ist dann nicht nur sicht- sondern auch spürbar. Viele Kunden bestehen auf das samtige Gefühl beim Darüberstreichen. Die neueste Innovation in Sachen Anzugsmaterial sind die sogenannten "High Twisted Anzüge". Diese sind aus komplett knitterfreier Schurwolle mit einer besonders hohen Dichte. Dabei ist der Faden so sehr in sich selbst verdreht, dass er durch seine hohe Eigenspannung von sich aus immer wieder in seine eigentliche Form zurückspringen möchte.

Max Lui und die neuen Verkaufsräume in der Belfortstraße gibt es hier im Videoportrait:



Während für Kunden die Marke wichtig ist, zählen für Arenz und Mesler die Webereien. Sie wissen wo jeder ihre Stoffe herkommt und wie es um die Produktionsbedingungen steht. Nachhaltigkeit und faire Arbeitsbedingungen sind für das Freiburger Label besonders wichtig. Viele ihrer Stoffe kommen von Loro Piana – das italienische Kaschmir- und Wollstoffunternehmen zählt zu den größten der Welt und beliefert auch Luxusmarken wie Gucci oder Chanel. Hier kommen viele der edlen Wollstoffe für Jackets oder Sakkos von Max Lui her. Ausgehend von einem vorher ausgesuchten Schnitt, werden diese dann passend auf den einzelnen Kunden abgestimmt und produziert.

Im Sommer wird vermehrt mit leichteren Materialien wie Leinen und Baumwolle gearbeitet. "Das sind zwar knitteranfälligere Fasern, dafür sind sie auch atmungsaktiver und insgesamt leichter", erklärt Mesler. Im Winter wird dann neben Schurwolle auch mal zu Kaschmir und Alpaka gegriffen. Sogar Flanell kommt gelegentlich auf den Schneidetisch. Seide wird dafür nur selten verwendet. Sie kommt höchstens für besondere Anlässe wie einen Hochzeitsanzug zum Einsatz.
Wer sich die Anzüge von Max Lui selbst anschauen möchte, kann das ab Anfang Mai im neuen Ladengeschäft in der Belfortstraße 27 in Freiburg tun.