Esskultur

Kochen mit Kindern – diese Bücher geben Tipps für die Familienküche

Ronja Vattes

Von Ronja Vattes

Mi, 29. Juli 2020 um 11:53 Uhr

Liebe & Familie

Der Sonntag Was sollen wir heute bloß kochen? Anregungen, was auf den Tisch kommt und dem Nachwuchs schmeckt, geben diese drei Bücher. Die Rezepte stammen aus der regionalen und internationalen Küche.

Kinder, kommt nörgeln! Das Essen ist fertig. Dieser Spruch ziert nicht umsonst Tücher, Tassen, Teller und vieles mehr. Essen kochen für Kinder kann ganz schön kompliziert sein. Anregungen, was auf den Tisch kommt und beim Nachwuchs gut ankommt, geben diese Bücher.



Kinder backen mit Christina

Es ist eines dieser Bücher, das sofort Sehnsucht weckt nach der heilen Welt des ursprünglichen Leben: Christina Bauer ist eine junge Bäuerin mit zwei Kindern, die in der sagenhaft schönen Bergwelt Österreichs auf einem Hof lebt – und neben all der Stall- und Wiesenarbeit auch noch Backbücher schreibt.

Gemeinsam mit ihren Kindern hat sie ihre Lieblingsrezepte zusammengetragen, die meist einfach sind, aber verführerisch lecker aussehen. Bunte Pizzaspieße und freche Müsliriegel, lustige Rentiermuffins oder schokoladige Igelkekse, Sommereis mit Joghurt oder selbstgemachtes Bauernbrot – alle Rezepte taugen dazu, den Nachwuchs spielerisch in die Küchenarbeit einzubinden.

Das Besondere an dem Buch: Immer wieder gibt Christina Einblicke in das Leben auf der Alm und rund um den Bauernhof. So erfahren Kinder Wissenswertes rund um Eier, Milch, Getreide & Co. – und dass diese Lebensmittel mühevoll produziert werden und nicht einfach im Supermarktregal wachsen. Ein schöner Blick hinter die Kulissen, der auf wichtige Themen wie Produktion, Regionalität und Saisonalität eingeht – ohne erhobenen Zeigefinger.
Christina Bauer: Kinder backen mit Christina, Löwenzahn-Verlag, 176 Seiten, 25,90 Euro



Die einfachsten Familiengerichte aller Zeiten

Berufstätigkeit, Kinder und Haushalt unter einen Hut zu bringen, ist an sich schon für viele Eltern eine Herausforderung – aber dann auch noch ständig selber frisch kochen? Das geht nur mit simplen aber schmackhaften Rezepten. Steffi Sinzenich hat genau solche zusammengetragen, keins hat mehr als sechs Zutaten und alle sind sehr fix fertig. Die 116 Rezepte sind in Rubriken wie Frühstück, Hauptgerichte, Zum Mitnehmen, Suppen, Salate oder Süßes unterteilt. Die Bandbreite reicht von Avocado-Wraps und Möhrensuppe mit Aprikosen über Gefüllte Paprika mit Baked Beans bis hin zu Zucchini Pizzas oder Erdbeer-Kokos-Quark.

Das ist natürlich keine raffinierte Sterneküche, sondern orientiert sich an Eltern, die den Alltagsspagat zwischen Kindern, Küche und Karriere meistern wollen – und damit gerade am Anfang stehen. Alle, die gerne und häufig kochen, werden wenig Neues darin finden. Für alle anderen ist das Buch eine außerordentlich originell und hübsch gestaltete Inspiration und ein gutes Geschenk für jene, die zum ersten Mal Eltern werden.
Steffi Sinzenich: Die einfachsten Familiengerichte aller Zeiten, Trias-Verlag, 124 Seiten, 12,99 Euro



Grüner Reis und Blaubeerbrot

Kinder zu weltoffenen und toleranten Menschen zu erziehen, ist vielleicht eine der wichtigsten Aufgaben unserer Zeit. Und da Liebe bekanntlich durch den Magen geht, ist es umso schöner, das Thema auch beim Kochen anzugehen. In ihrem, ohne Fotos nur mit ansprechenden, kindgerechten Zeichnungen auskommenden Buch "Grüner Reis und Blaubeerbrot" schafft es Felicita Sala, uns mit auf eine Reise quer durch alle Kontinente zu nehmen, indem sie lauter verschiedene Menschen eines Hauses kochen lässt: Eine schmucke Spanierin und einen asiatisch aussehenden Opa, rothaarige Zwillinge und einen dunkelhäutigen Mann.

Auf diese Weise hat sie "Lieblingsrezepte für Kinder aus aller Welt" zusammengetragen und spricht sie direkt in ihren kleinen Texten an. So werden Brokkolibäumchen mit Sesam gebrutzelt, ein würziger afrikanischer Bohneneintopf geköchelt, ein indisches Rotes-Linsen-Dal mit Kokosmilch verfeinert oder ein Baba Ganoush gezaubert.
Felicita Sala: Grüner Reis und Blaubeerbrot, Prestel-Verlag, 44 Seiten, 14 Euro