Europäischer Tag des Fahrrads

Vorne? Hinten? Oder besser im Anhänger?

Diana Pfister

Von Diana Pfister (dpa)

Di, 28. Mai 2019 um 13:00 Uhr

Auto & Mobilität

Eltern können ein Lied davon singen, wenn sie gern mit dem Rad unterwegs sind: Wie kann der Nachwuchs sicher mitfahren? Kindersitze, Anhänger, Lastenräder – hier die Vor- und Nachteile.

Statt mit dem Auto fahren zahlreiche Eltern den Nachwuchs mit dem Fahrrad umher. Das spart Sprit und im Berufsverkehr oft auch Zeit. Mitgenommen werden dürfen die Kinder, solange sie nicht älter als sieben Jahre sind. Für behinderte Kinder gilt die Altersgrenze laut Straßenverkehrsordnung nicht.

Doch wie transportiert man den Nachwuchs am besten? Die Optionen sind ebenso vielfältig wie deren Vor- und Nachteile:

KINDERSITZ

Den Klassiker gibt es für vorne, wo er am Lenker angebracht wird, oder für hinten, wo er am Sattelrohr oder Gepäckträger befestigt wird. "Kindersitze sind einfach zu handhaben und eignen sich am besten, wenn man wenig Platz hat und kein spezielles Rad haben möchte", schätzt René Filippek vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club. Sie sind dem Experten zufolge unter allen Optionen die günstigste. Bei vorderen Sitzen haben Eltern den Nachwuchs immer im Blick. Aber das kann auch schnell gefährlich werden. Nach Ansicht des Verbund Service und Fahrrad (VSF) kommt es vor, dass das Kind die Sicht behindert oder beim Rumzappeln gegen den Arm oder die Hand boxt und so das Lenken des Fahrrades erschwert. Thomas Geisler vom Pressedienst-Fahrrad ergänzt, dass das Kind vorne direkt dem Fahrtwind ausgesetzt sei und der Fahrer bei einem Sturz leicht auf dem Kind landen könne. Aber auch hinten montierte Kindersitze haben Nachteile. "Die Füße können in die Speichen kommen", so Geisler. Bei beiden Varianten gibt er zudem die große Fallhöhe bei einem Sturz zu bedenken. Außerdem müsse das Kind bereits eigenständig sitzen können.

ANHÄNGER

Im Gegensatz zum Fahrradsitz finden hier oft bis zu zwei Kinder Platz. Ein Vorzug laut Geisler: "Der Nachwuchs kann durch einen Aufsatz ab dem ersten Monat mitgenommen werden und problemlos schlafen." Sitzen können muss das Kind nicht unbedingt. Ein stabiler Rahmen sowie eine höhere Kippstabilität bringen mehr Sicherheit. Der Bremsweg wird mit Anhänger aber länger und der Wendekreis größer.

Viele Modelle sind einfach faltbar zum Transport in Auto, Bus oder Bahn. Allerdings: Trotz des Faltens benötigen sie mehr Platz als ein Kindersitz. Der VSF rät: Gerade, wer in einem Mehrparteienhaus wohnt, sollte vor einem Kauf abklären, ob der Hänger einen Platz im Keller oder einem anderen Abstellraum findet.

LASTENRAD

Verglichen mit Sitzen und Hängern sind diese besonderen Fahrräder am teuersten. Das Lastenrad bietet genug Raum, um auch andere Dinge wie Einkäufe zu transportieren. Das Kind befindet sich immer im Blickfeld der Eltern. Lastenräder gibt es mit zwei oder drei Rädern. Zweirädrige Modelle bieten ein sportliches Fahrgefühl, können dafür leichter kippen. Die dreirädrigen Modelle sind dagegen sehr kippstabil, dafür allerdings sperriger und schwerfälliger. In beiden Fällen benötigt das Rad einen ausreichend großen Stellplatz.

LONGTAILRAD

In Sachen Kindertransport ist dieses Rad mit dem überlangen Gepäckträger (Longtail) noch ein Exot. "Darauf wird die Mitnahme von zwei Kindersitzen und Gepäck ermöglicht", so Geisler. "Das Rad fährt sich dabei genauso wie ein Fahrrad."

TANDEMKUPPLUNG

Bei dieser Lösung fährt der Nachwuchs mit. Sie bietet sich für ältere Kinder an, die bereits selbstständig unterwegs sind. Durch die Kupplung wird das Kinderrad mit dem des Erwachsenen verbunden und es kann so mitradeln. Nachteile der Kupplung: "Sie haben häufig einen weiteren Wendekreis und lassen sich dabei schlecht um spitze Kurven manövrieren", sagt Geisler.