Kommunikation sieht er als seine Stärke

Ulrike Derndinger

Von Ulrike Derndinger

Fr, 21. Juni 2019

Meißenheim

NEU IM GEMEINDERAT: Andreas Gauch verdankt seinen Einzug ins Gremium wohl dem Dorfjubiläum.

MEISSENHEIM. Ohne das Meißenheimer Dorfjubiläum säße Andreas Gauch wohl nicht in der BZ-Redaktion und würde darüber sprechen, was er als neuer Gemeinderat anpacken will. Der 46-Jährige hatte sich im Vorbereitungsteam mit den aktiv mitwirkenden Gemeinderäten der Freien Wähler befreundet, ließ sich daraufhin aufstellen und schaffte es beim ersten Versuch mit 810 Stimmen ins Gremium.

Seit 18 Jahren lebt Andreas Gauch in Meißenheim. Er will von dort nicht wieder weg. Mit seiner Frau und der elfjährigen Tochter bewohnt er ein neues Eigenheim in der Curt-Liebich-Straße, nachdem die Familie nach Jahren aus der Mietwohnung ausziehen musste. Die Familie befürchtete, Meißenheim verlassen zu müssen. "Da sind schon einige Tränen geflossen."

Die sind getrocknet und nun will sich Andreas Gauch seinem neuen Amt widmen. Er empfindet es als Ehre, als "Auswärtiger" und gleich beim ersten Versuch gewählt worden zu sein, aber auch als Verantwortung. Kurz nach der Wahl kamen die Bürger bereits mit ihren Anliegen auf ihn zu. Darüber ist er erstaunt: "Es zieht schon an."

Beim Dorfjubiläum 2017 hat sich Gauch als Fotograf, der die Veranstaltungen dokumentierte und den Fotowettbewerb organisierte, einer breiteren Öffentlichkeit bekanntgemacht. Zwar bekleidete er zuvor auch Vereinsämter, allerdings blieb er dabei eher im Hintergrund: In der Vereinsgemeinschaft ist er Kassierer, in der Fasentsgemeinschaft Mitglied. Aufgrund dessen bekommt er hautnah mit, wie schwer es ist, Freiwillige fürs Mitmachen zu motivieren. "Es werden immer weniger. Aber ich denke mir: Wir machen es ja für uns und wenn niemand was macht, gibt es irgendwann nichts mehr." Das ist auch der Grund, warum er für den Gemeinderat kandidierte.

Der für die Lahrer Firma Nestler Wellpappe als Kundenberater im Außendienst tätige Verpackungstechnologe setzt in den Vereinen seine Kommunikationsstärke ein und hofft, dass ihm diese Fähigkeit auch als Gemeinderat nutzen wird: "Organisieren und was mit Menschen machen, macht mir Spaß."

Als Thema liegt ihm die ärztliche Versorgung in Meißenheim am Herzen. Die einzige Hausarztpraxis im Dorf schließt zum 1. Juli. "Für die Ansiedlung eines Arztes müssen wir Anreize schaffen." Weitere Baustellen sind die Zukunft der Villa Beck und der Ortsmitte, das Heimburgerhaus, das neue Zürcher-Kieswerk in den Riedmatten.

Der kommunalpolitische Neuling will nun erstmal schauen, wie es ist, Gemeinderat zu sein. Dass es manchmal nicht leicht sein wird, sich durch die "Päckle" der Sitzungsunterlagen zu wühlen, und dass die Debatten manchmal zermürbend sein können, wisse er. Das Einzugsgebiet seiner Arbeit im Außendienst erlaube es ihm aber zeitlich, sich für seine Wahlheimat einzusetzen. Er ist zuständig für das Gebiet bis Freiburg und Villingen-Schwenningen. Nach seinen Arbeitstagen könne er an den Ratssitzungen teilnehmen: "Ich bin gespannt, wie sich das alles entwickelt."