Holzernte

Kranke Eschen werden aus dem Marcher Wald geholt

Manfred Frietsch

Von Manfred Frietsch

Fr, 18. Oktober 2019 um 10:01 Uhr

March

Wie geht es dem Gemeindewald? Darum ging es im Marcher Gemeinderat. Revierförster Martin Ehler und Herbert Stiefvater, Leiter des Forstbezirks Staufen, stellten Betriebsergebnis und Pläne vor.

Die Folgen des Eschentriebsterbens sowie Holzfällarbeiten, um Platz für den Ausbau der Bahnlinie zu machen, haben im Jahr 2018 die Entwicklung im Marcher Gemeindewald beeinflusst. Das erklärte der Leiter des Forstbezirks Staufen, Herbert Stiefvater, in der jüngsten Marcher Gemeinderatssitzung. Dort stellte er zusammen mit Revierförster Martin Ehler das Betriebsergebnis für das Jahr 2018 und die Planung für 2020 vor.

Die Eschen mussten aufgearbeitet werden

Der Marcher Gemeindewald umfasst 394 Hektar, wovon ein Teil auf Freiburger Gemarkung liegt. Ganz überwiegend handelt es sich um Laubwald. Nach dem bis 2020 laufenden Zehnjahresplan der Forsteinrichtung wären jährlich rund 2000 Festmeter Holz zu ernten. Tatsächlich, so erklärte Stiefvater, wurden aber 2018 sogar 2355 Festmeter Holz geschlagen. Ein Hauptgrund ist die Aufarbeitung von Eschen: Dieser einst dominierende Baumart setzt das durch einen Pilz verursachte Triebstreben zu. Um befallene Bäume noch nutzen zu können, werden sie frühzeitig geschlagen. Im Jahr 2018 waren es 588 Festmeter Eschen-Stammholz, bei nur rund 170 Festmeter Stammholz von anderen Baumarten. Hinzu kamen 342 Festmeter an Brennholz, 61 Festmeter Industrieholz, 730 Festmeter, die Selbstwerber in ihnen zugewiesenen Flächenlosen selbst schlagen, sowie über 550 Festmeter Derbholz. Für das kommende Forstjahr sollen 440 Festmeter Stammholz von Eschen geerntet werden, dazu 80 Festmeter von Roteichen, Douglasien und Pappeln. Die gesamte Holzernte soll 2020 bei 1700 Festmeter liegen, zuzüglich 300 Festmeter Derbholz. Trotz der größeren Holzernte werde 2020 mehr Holz im Wald stehen als im Jahr 2011, versicherte Stiefvater im Rat.

"Die meisten Eschen sind schon weg", erklärte Stiefvater. Ein Nachpflanzen mache wegen der Krankheit keinen Sinn, man lasse aber durch Aussamung auswachsende Jungbäume stehen. Da das Stammholz der Esche besonders in Asien begehrt sie, haben die Erlöse im Forstjahr 2018 zugelegt. Die Einnahmen fielen mit 109 000 Euro fast doppelt so hoch wie geplant aus. Statt erwarteter 41700 Euro betrug das Defizit im Betriebsergebnis am Ende nur 9537 Euro. Für 2020 wird ein Defizit von 36 400 Euro erwartet.