Biografie

Joseph Beuys, der geschickte Selbstdarsteller

Hans-Dieter Fronz

Von Hans-Dieter Fronz

Di, 30. Juli 2013

Kultur

Hans-Peter Riegel hat eine sorgfältig recherchierte, klug gewichtende Beuys-Biografie geschrieben.

Legenden sind zählebig. Haben wir nicht alle gern an die Mär vom abgestürzten Stuka-Piloten Joseph Beuys geglaubt? Weil sie so abenteuerlich klang und ein Happy End hatte. Weil sie, den Kitsch streifend, von herzerwärmender Menschlichkeit kündete, eigentlich ein Fall für Hollywood. Ein Pilot im Kampfeinsatz auf der Krim, ein Künstler im Wartestand und kein Weichei, stürzt im dichten Schneegestöber ab. Wird schwer verletzt von nomadisierenden Tataren geborgen, die ihn pflegen und wieder aufpäppeln. Seine Wunden salben sie mit Tierfett, seinen Leib umhüllen sie mit wärmendem Filz. Nur dank der Heiler aus der Steppe überlebt der Verunglückte. So hat Beuys es in einem Interview mit der BBC erzählt, so brannte sich die rührende Geschichte dem Gedächtnis der Zeit ein. Und bei jedem, der sie vernahm, machte es Doppelklick: Fett, Filz!

Alles erfunden. Kein Absturz – eine Bruchlandung. Und nicht Beuys (1921-1986) hatte als verwegener Flieger am Steuer gesessen. Mit leichten Verletzungen wurde er, der ...

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