Vollgas auf’m Feldweg

Boris Burkhardt

Von Boris Burkhardt

Fr, 15. März 2019

Kultur

Kabarett im Landkreis: Ausblick auf die Saison von Lörrach und Weil bis Rheinfelden.

Der Kabarettist mit dem größten Namen, für den es bis zur Sommerpause im Landkreis noch Karten gibt, ist zweifelsohne Sebastian Pufpaff am 4. Mai im Burghof mit seinem neuen Programm "Wir nach". Der Mann, der wirklich mit diesem Namen geboren wurde, lädt trotz des drohenden Weltuntergangs ein auf eine Reise "in die Mitte des Humors; denn da entspringt der Sinn des Lebens". Der Schweizer Jungstar des Kabarettszene, Hazel Brugger, bekannt vor allem durch die "Heute-Show", am 4. April ist bereits ausverkauft. Am 16. März verspricht Till Reiners dafür, sein neues Programm sei "böser und lustiger" als das alte: "Es geht um die zwei Säulen unserer Demokratie: nicht denken und nicht handeln." Das Publikum in 90 Minuten in lupenreine Demokraten verwandeln, will hingegen das Duo Martin Maier-Bode und Jens Neutag am 24. März. Neutag wirkt außerdem als Drehbuchautor mit, wenn am 28. März das Kabarett Distel den "Zirkus Angela. Schicksalsjahre einer Kanzlerin" im Burghof aufführt: Auf der Bühne stehen Dagmar Jaeger, Rüdiger Rudolph und Sebastian Wirnitzer; Matthias Felix Lauschus und Fred Symann musizieren.

In der Kulturvilla Nellie Nashorn in Lörrach verspricht Frank Sauer am 23. März "Hochgeschwindigkeitskabarett": Unter dem Titel "Mit Vollgas in die Sackgasse" beschäftigt er sich mit allem, was zu schnell geht – oder zu langsam: Expressversand, Fastfood, Blitzkarriere, Speed-Dating, Power-Relaxing mit Kompakt-Yoga – "am Ende der Sackgasse treffen sich alle wieder". Für "Eskalatiooon!" sorgen Ariane Müller und Julia Gámez Martin alias "Suchtpotential" am 12. April: Der Musik-Kabarett-Comedy-Mix wirbt mit "unwiderstehlichem Charme" und "gnadenlosem Humor".

Das Bühneli in Lörrach hat seine drei Kabarettgastspiele auf den 28. bis 30. März gebündelt. Wolfgang Winterhalder und Nikolaus König sind zwei "Bure zum Alange", echte Landwirte aus Titisee-Neustadt und Breitnau, die unter dem Titel "Ku(h)ltur pur – Power from the Bauer" "abseits der Comedy-Autobahn auf ihrem eigenen Feldweg unterwegs" sind. Bereits mit ihrem fünften Programm "#galamagala" sind die "VolkaLiesen" zu Gast. Die fünf Sängerinnen und Musikerinnen Hilke Hänßler, Almut Weber-Kapp, Ursula Müller-Riether, Heinke Hoffmann und Alexandra Kapitz aus Schopfheim und Umgebung machen sich humoristisch Gedanken über die Anschlussschwierigkeiten der modernen Kommunikation. Musikalisch geht es auch beim Kabarett "Gänseblümchen" unter dem Titel "Das ist doch (k)eine Kunst!" mit den Sängerinnen Martina Doering und Valérie Busson zu, begleitet vom Rheinfelder Ewald Gutenkunst auf dem Klavier.

Auch Rheinfelden hat regelmäßig Kabarettisten im Kulturprogramm: Im Bürgersaal treten vor der Sommerpause der Franke Mäc Härder (3. April) auf, dessen Programm "Wir haben nicht gegoogelt, wir haben überlegt" eine Warnung vor "Tiefgang" enthält, bereits zum fünften Mal vor Ort das Duo "Zu Zweit" (25. April) mit Tina Häussermann und Fabian Schläper, die sich Gedanken über "Fake News" machen, sowie am 22. Mai H.G. Butzko, den Georg Schramm indirekt als einen würdigen Nachfolger bezeichnete und der sich für das neue Programm "Echt jetzt?" ebenfalls Gedanken über Neue Medien machte.

Musikalisch wird es am 30. März im Theater am Mühlenrain in Weil am Rhein, wenn Konstantin Schmidt mit Situationskomik und eigenen Liedern über die "klassische Dreiecksbeziehung Mann, Frau, Beruf" sinniert. Dabei verspricht er auch Tipps für eine erfolgreiche Beziehung, etwa die lohnende Investition in einen 3D-Drucker. Knapp hinter Landkreisgrenze, in Wehr, stellt zudem Volkmar Staub am 4. Mai sein neues Programm "Lacht kaputt, was euch kaputtmacht" vor.