Vom Dachboden ins Auktionshaus

AFP

Von AFP

Fr, 14. Juni 2019

Kunst

"Judith und Holofernes" von Caravaggio wird versteigert.

Fünf Jahre nach seinem Fund auf einem Dachboden ist in Paris vom heutigen Freitag an erstmals ein Gemälde öffentlich zu sehen, das dem italienischen Maler Caravaggio (1571–1610) zugeschrieben wird. "Judith und Holofernes" sei "mehr als hundert Millionen Euro wert", sagte der französische Gutachter Eric Turquin. Andere Experten schätzen seinen Wert auf bis zu 150 Millionen Euro.

Das Ölgemälde wird zunächst im Pariser Auktionshaus Drouot ausgestellt und soll Ende Juni versteigert werden. Entdeckt wurde es im April 2014 durch Zufall: Nach einem Wasserschaden öffneten die Besitzer eines Hauses nahe Toulouse einen Verschlag im Dachboden – und fanden dort das Bild. Ein Auktionshaus beauftragte daraufhin den Gutachter Turquin, der das Ölgemälde dem italienischen Barockmaler Caravaggio zuordnete. "Wir haben die Leinwand im Januar drei Wochen lang gesäubert", berichtet Turquin. Dies und eine Röntgenuntersuchung hätten ergeben, dass das Bild stark bearbeitet worden sei. "Das beweist, dass es ein Original ist", betont Turquin. "Ein Nachahmer nimmt keine Änderungen vor, er kopiert."

Das auf die Zeit von 1600 bis 1610 datierte Ölgemälde zeigt, wie die biblische Heldin Judith den assyrischen Feldherrn Holofernes enthauptet. Neben Turquin gehen auch andere Experten inzwischen davon aus, dass das Gemälde von dem als Caravaggio bekannten Maler Michelangelo Merisi stammt. Gänzlich ausgeräumt sind die Zweifel an seiner Echtheit indes nicht. Das französische Kulturministerium etwa machte von seinem Vorkaufsrecht keinen Gebrauch.