Kunst

Das Museum Art.Plus in Donaueschingen zeigt die Ausstellung "Vollgas - Full Speed"

Hans-Dieter Fronz

Von Hans-Dieter Fronz

Fr, 15. Februar 2019

Donaueschingen

Das Museum Art.Plus in Donaueschingen zeigt die Ausstellung "Vollgas – Full Speed".

Besitzen wir nicht alle – oder jedenfalls viele – eine Prothese? Manche haben sogar zwei. Oder drei. Oder gleich einen ganzen Fuhrpark. Denn was ist das Auto anderes als eine sehr teure, mittlerweile hightech-gesteuerte Prothese? So sehr sind wir mit dem Vehikel verwachsen, dass sich vor einigen Jahren eine Ausstellung in Baden-Baden "Ich bin mein Auto" nennen konnte. Das noch ganz anderes sein kann als ein Fortbewegungsmittel: Spielzeug, Statussymbol und, in Zeiten des Wirtschaftsliberalismus, für manchen Unglücklichen sogar Wohnungsersatz.

Von unserem heiligen Blechle handelt jetzt die Ausstellung "Vollgas – Full Speed" im Museum Art.Plus in Donaueschingen. Nein, der Futurismus, für den ein dahinbrausendes Automobil schöner war als die Nike von Samothrake, ist nicht vertreten. Gezeigt wird ausschließlich Gegenwartskunst. Und was nicht Kunst ist im Museum, ist Schmankerl, Zugabe für Liebhaber von Rennwagen und Oldtimern. Wie das Alfa Romeo-Coupé ganz in der Nähe eines täuschend echten Autoreifens aus Marmor von Fabio Viale.

Stefan Rohrer hat die Karosserie eines Porsche blattvergoldet: der Röhrer als goldenes Kalb. Gerhard Langenfeld malt mit Autolack auf Aluminium. Während Friedemann Flöther für "Touring" einen Holzschnitts von Dürer mit dem heiligen Christophorus und dem Christuskind in Motorhauben ritzte. Der Springbrunnen aus Autoreifen und Altöl des Amerikaners Rob Pruitts ist dabei noch nicht einmal das spektakulärste Werk. Das ist vielmehr der Bolide, pardon: die abstrakte Plastik "Z4UTURNAROUNDROTATION", die Sebastian Kuhn aus Bauteilen mehrerer BMW Z4-Karosserien zusammensetzte.

Termine: Museum Art.Plus, Museumsweg 1, Donaueschingen. Bis 19. Feb. 2020, Mi bis Fr 13–17 Uhr, Sa, So 11–17 Uhr