Kunst und Kultur gegen auf die Straße

Magdalena Kaufmann-Spachtholz

Von Magdalena Kaufmann-Spachtholz

Mo, 21. September 2020

Weil am Rhein

BRIEF AUS DER PARTNERSTADT: Ehrenmedaille für zwei Lebensretter und das Festival "Rue&vous".

. In ihrem Brief berichtete Magdalena Kaufmann-Spachtholz von der Ehrenmedaille, die Bürgermeister Deichtmann für zwei junge Männer verlieh, die ein Kleinkind und seine Mutter vor dem Ertrinken im Wildwasserpark gerettet hatten. Kunst und Kultur zieht wegen der Corona-Pandemie derweil auf die Straße.

Liebe Freunde in Weil,

Bei der ersten ordentlichen Sitzung des Hüninger Stadtrats am vergangenen Donnerstag stand ein besonderer Punkt auf der Tagesordnung: Zwei junge Hüninger waren als Ehrengäste eingeladen, um von Bürgermeister Deichtmann für ihren mutigen Einsatz geehrt zu werden.

Am 29. Juli hatten die beiden Freunde, Mikail Kökon und Maxime Terrier bei heißen Temperaturen nach Schatten direkt am Einlass des Wildwasserparks gesucht. Plötzlich hörten sie die panischen Schreie einer Frau. Mikail sah wie Mutter und Kind, ein kleines Mädchen von 14 Monaten, hilflos in der starken Strömung des Wildwassers trieben. Die Frau konnte offensichtlich nicht schwimmen.

Ohne zu überlegen, sprang Mikail sofort ins Wasser und packte das total panische Kleinkind und zog es ans Ufer. "Die Böschung ist dort sehr klitschig und steil und ohne die Hilfe von Maxime hätte ich es nicht ans Ufer geschafft" sagte Mikail. Die Strömung ist besonders am Einstieg in den Wildwasserbereich besonders stark und das Kind wäre ohne das schnelle Eingreifen der beiden Jungs sicher ertrunken. Die Mutter wurde von einem Kajaksportler ans Ufer gebracht.

Wie und warum genau die Frau ins Wasser gefallen, war nicht bekannt. Wegen des Coronavirus sind alle Springbrunnen und Wasserspiele in Hüningen abgestellt und kühlendes Nass selten. "Ich bin stolz, dass Ihr beiden – und dazu noch ehemalige Schüler von mir, durch Euren Einsatz verhindern konntet, dass durch Unvernunft ein Kind sein Leben verloren hätte", freute sich Deichtmann. Er verlieh den beiden Lebensrettern die Ehrenmedaille der Stadt Hüningen unter dem großen Beifall des gesamten Stadtrats.

Um die Abstandsregeln einzuhalten fand die Sitzung des Stadtrats nicht wie gewohnt im Hüninger Rathaus sondern im großen Saal des Kulturzentrums Triangle statt. Für größere kulturelle Veranstaltungen können die Räumlichkeiten nach wie vor nicht genutzt werden. Die Kunst und Kultur zieht es deshalb auf die Straße. Unter dem Motto "Rue&vous" – was in Französisch ein Wortspiel ist und so viel heißt wie "Raus aus dem Sessel und auf die Straße" – steht der Hüninger Abbatucci-Platz am Sonntag, 27. September von 11.30 Uhr ab ganz im Zeichen der Kunst. Musik, Zirkus und Straßentheater wechseln sich den ganzen Nachmittag ab. Um 12 Uhr spielt Quatuo’Rock, ein Quartett aus Lehrern der Kunstakademie mit Rock, Jazz und Funk. Um 14 Uhr und 19.30 Uhr findet "Concerto pour un plateau nu" unter einem originellen Pavillon eine Mischung aus Musik und Akrobatik ihr Echo. "Amour Electrique", ein Duo aus den Ardennen, bietet Flamenco elektrisch verstärkt. Das "Mektoub Orchestra" spielt ab 16 Uhr Musik aus dem Mittelmeerraum, von Sevilla bis Teheran. Den krönenden Abschluss macht ab 18 Uhr der Zirkus Fahraway aus der Schweiz mit ihrem "Drüll" – vier Artisten und zwei Musiker bringen akrobatische Kunststücke auf ihrer ungewöhnlich drehenden Struktur und erzählen Geschichten, die zum Träumen anregen. Der Eintritt ist für alle Veranstaltungen frei. Die Terrassen der zahlreichen Restaurants rund um den Abbatucci-Platz laden zum Genießen ein. Das genaue Programm für Rue&vous findet sich auch auf der Internetseite von Hüningen.
Es lohnt sich, weis Ihre