Offene Gartentür

Eine prächtige Gartenwelt bei den Rothmanns in Kuhbach

Juliana Eiland-Jung

Von Juliana Eiland-Jung

So, 16. Juni 2019 um 17:08 Uhr

Lahr

Auf 1700 Quadratmetern gedeiht der Garten von Sabine und Wilfried Rothmann Garten in Kuhbach, vieler Interessierte wollen ihn am Sonntag anschauen.

Seit fünf Jahren öffnen Sabine und Wilfried Rothmann ihren Garten in Kuhbach einmal im Jahr für Besucher. Schon seit gut 20 Jahren gestalten sie das 1700 Quadratmeter große Gelände mit Rosen, Stauden, Kräutern, Bäumen, Sandsteinmauern, Wegen und Treppen.

Im vergangenen Jahr kamen geschätzt 500 Personen und auch am Sonntag reißt der Strom der Besucher nicht ab. "Es kommen viele Wiederholungstäter", berichtet Wilfried Rothmann, der sich freut, dass sein Garten so viele Bewunderer hat. "Die Reaktionen sind nie negativ" – was kaum überrascht, zeigt sich doch das Hanggelände an jeder Ecke anders, insgesamt aber so harmonisch, dass so mancher Besucher sich einfach an einem der vielen Plätze niederlässt und den Blick schweifen lässt.

Dass ein Grundstück unmittelbar an der B 415 ein solches Idyll sein kann, liegt natürlich an dem Aufwand, den die Rothmanns hineinstecken. "Zwei bis vier Stunden täglich" seien es schon, die er mit Gartenarbeit verbringt, gibt Wilfried Rothmann zu – "im Frühling mehr, im Herbst weniger". Denn wenn die Pflanzen verblüht sind, lässt er alles, wie es ist. Lediglich die Kübelpflanzen werden in den Wintergarten geräumt. "Die Blütenstände sind wichtig für die Vögel und die Insekten", betont Rothmann, den auch ein paar Läuse nicht schrecken. "Ohne Läuse können die Meisen ihre Jungen nicht großziehen". Der Natur solle man einfach mehr Zeit lassen, um solche Probleme selbst in den Griff zu bekommen.

Überhaupt spiele Zeit eine wichtige Rolle bei der Entwicklung eines Gartens. Etwas pflanzen, dann schauen, wie die Pflanze am Standort zurechtkommt. Eventuell umpflanzen an einen sonnigeren oder schattigeren Standort, oder sich freuen, dass sie sich selbst – vielleicht mit Hilfe eines Vögelchens – an anderer Stelle im Garten ausgesät hat, wo es ihr besser gefällt.

Die Hobbygärtner verwenden keine Chemie

Im Zweifelsfall heißt es aber auch: Sich mal von einer Pflanze trennen, zum Beispiel von einer alten Rose, die auf der Westseite des Hauses immer wieder kränkelte. Bei 70 Rosen in 45 verschiedenen Ausprägungen mag das verschmerzbar sein. "Wir verwenden keine Chemie im Garten, und das funktioniert seit Jahren immer besser." In kleinen Gärten sieht Rothmann vor allem das Problem, dass zu viel Verschiedenes hineingepackt werden soll. "Eher in Gruppen pflanzen, das beruhigt die Szenerie", empfiehlt Rothmann, der trotz der Weitläufigkeit seiner Anlage das gleiche Prinzip befolgt.

Das Ganze wird ergänzt durch Wasser, mal fließend, mal stehend, und durch viele Sandsteinelemente und historische Bauteile, auf denen sich am Sonntag die Eidechsen sonnen. "Auf den Klimawandel muss man schon reagieren", finden die Rothmanns und haben ihren Garten daraufhin angepasst. Mediterrane Gewächse wie die Zistrose oder der Griechische Bergtee gedeihen prächtig an heißen, trockenen Standorten.

Im vergangenen heißen Sommer hatten allerdings auch die Rothmanns zu kämpfen. "Da war kein Stück Rasen mehr grün", erinnert sich Sabine Rothmann. Die Grünflächen dauerhaft zu bewässern, war dennoch keine Alternative. Geschadet hat es den Flächen nicht. Ende April, als die Saison zur "Offenen Gartentür" des Landratsamtes bei den Rothmanns eröffnet wurde, bezauberte die im vergangenen Jahr verdorrte Fläche mit einem üppigen Margeritenflor, der erst im Juni verblüht ist und abgemäht wurde.

Auf die vielen Besucher und ihre Fragen sind die Rothmanns gut vorbereitet. "Was ist das für eine Pflanze"? – "Ein Lein. Wollen sie den botanischen Namen? Da muss ich in der Liste schauen", heißt es dann kurz. Und so geht es weiter, von elf bis um sechs Uhr abends. Dann haben die Rothmanns ihren Garten wieder für sich. Nah am Haus haben sie eine Nische geschaffen, in der ein Backofen angefeuert werden kann. "Man muss den Garten auch genießen können", sagt Wilfried Rothmann. Für ihn und seine Frau ist aber die Gartenarbeit selbst nach einem langen Arbeitstag echte Entspannung.

Weitere Informationen unter http://garten-rothmann.de