Die Lahrer Polizei und die Reichsprogromnacht

Es gab kein Interesse an der Wahrheit

Bettina Schaller

Von Bettina Schaller

Do, 16. Oktober 2014 um 18:48 Uhr

Lahr

Auf großes Interesse gestoßen ist Norbert Kleins Vortrag über die Reichspogromnacht in Lahr und die Rolle der "braunen" Täterschaft. Der Hobbyhistoriker ging auch auf die Rolle der Lahrer Ordnungspolizei ein.

LAHR. Auf großes Interesse gestoßen ist Norbert Kleins Vortrag über die Reichspogromnacht in Lahr und die Rolle der "braunen" Täterschaft. Im proppenvollen Hörsaal des Institutsbereichs Ausbildung, der früheren Bepo Lahr, ging der Hobbyhistoriker auch auf die Rolle der Ordnungspolizei ein, die von 1933 an zunehmend als Hüterin der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft agiert hatte. Bettina Schaller wollte von Norbert Klein unter anderem wissen, ob die Täter vom 10. November 1938 im Lahrer Synagogenprozess von 1949 vor dem Offenburger Oberlandgericht zur Rechenschaft gezogen wurden.

BZ: Gut 76 Jahre nach der Reichspogromnacht schlagen Sie ein dunkles Kapitel der Lahrer Geschichte auf, und stoßen damit auf ein riesengroßes Interesse insbesondere bei jungen Menschen. Hätten Sie das erwartet?

Norbert Klein: Eigentlich schon. Denn ich nenne auch Täter beim Namen, das gab es bisher noch nicht. Ich freue mich natürlich, dass so viele junge Menschen gerade durch unsere Ausstellung motiviert wurden, mehr über die sogenannte "Reichskristallnacht" in Lahr zu hören.

BZ: Sie haben nicht nur mit Zeitzeugen gesprochen, sondern auch Akten gesichtet, im Archiv geforscht und Einsicht in Strafprozessakten genommen. Was haben sie an Besonderheiten über den Kulttag der Nazis in Lahr herausgefunden?

Klein: Für mich als Polizist war enttäuschend festzustellen, dass die damaligen Kollegen, aber auch der Staatsanwalt kein Interesse an der Wahrheitsfindung zeigten. Da es bisher keine ...

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