Landkreis tritt Förderverein bei

skk

Von skk

Di, 27. Oktober 2020

Waldshut-Tiengen

Hospiz soll 2022/23 in Betrieb gehen.

Der Landkreis Waldshut tritt dem Förderverein Hospiz bei. Diese einstimmige Entscheidung traf der Ausschuss für Gesundheit, Pflege und Soziales bei seiner jüngsten Sitzung. Damit unterstützt der Kreis künftig den Verein mit einem jährlichen Mitgliedsbeitrag von 2000 Euro, der für Kommunen mit mehr als 15 000 Einwohnern fällig wird. Dietmar Wieland, Vorsitzender des Fördervereins, gab einen Einblick in den aktuellen Sachstand der geplanten Einrichtung, in der todkranke, sterbende Menschen auf ihrem letzten Weg gepflegte und betreut werden.

Das evangelische Sozialwerk Müllheim als Investor will in Tiengen in der Bahnhofstraße 8 – dort befindet sich derzeit noch die AOK, die aber kurz vor der Verlegung ihrer Geschäftsstelle steht – in Nachbarschaft des Pflegeheims am Vitibuck ein stationäres Hospiz mit acht bis zehn Betten errichten. Betreiber sollen die Diakonischen Dienste Hochrhein werden. Bisher besteht eine solche Einrichtung im Landkreis nicht.

Ein Hospiz darf nicht ganz kostendeckend arbeiten

Die finanzielle Unterstützung des Fördervereins ist nötig, weil aufgrund politischer Vorgaben ein Hospiz nur zu 95 Prozent kostendeckend betrieben werden darf, wie Wieland erklärte. 107 Mitglieder habe der Förderverein derzeit. "Unser Ziel sind 500, damit wir das Defizit ausgleichen können", so Wieland.

Die finanzielle Lücke liege bei 60 000 bis 100 000 Euro, so die Schätzung des Vorsitzenden. Aktuell sind 16 Städte und Gemeinden Mitglied des Fördervereins. Auch die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) im Landkreis soll im Gebäude in Tiengen ihren Hauptsitz haben und auch Gespräche mit dem Klinikum Hochrhein würden geführt, wie Landrat Martin Kistler erklärte.

Auf die Frage von Kreisrat Thomas Kaiser (Freie Wähler), ob das Hospiz künftig nur Einwohnern des Landkreises zur Verfügung stehe, erklärte Dietmar Wieland, dass dies nicht der Fall sei. In den umliegenden Landkreisen gebe es Hospize, in denen auch Menschen aus dem Kreis Waldshut versorgt werden würden und ebenso sei dies im Fall der Waldshuter Einrichtung vorgesehen. Das geplante Hospiz soll bis 2022/23 in Betrieb gehen.