Blätzli müssen an die frische Luft

Charlotte Fröse

Von Charlotte Fröse

Sa, 16. Februar 2019

Laufenburg

Die Narro-Altfischerzunft 1386 startet im würdigen Rahmen des Hauptbotts in die Laufenburger Fasnacht / Drei Neuaufnahmen.

LAUFENBURG. Noch etwas steif fühlte sich das Blätzlikleid nach einem Jahr im Schrank an und vielleicht auch noch etwas muffelig. Aber mit großem Stolz trugen die Narronen ihr Gwändli wieder zum Hauptbott der Laufenburger Narro-Altfischerzunft 1385 am Abend des ersten Faißen im Pfarrheim Heilig Geist. Ehrungen, Neuaufnahmen und die Präsentation der neuen Fahne der Schweizer Zunftbrüder bildeten den Rahmen des Jahreskonvents.

Claus Epting, gastgebender Zunftmeister aus der minderen Stadt, hatte zu Berichterstattung über das vergangene Jahr tatkräftige Verstärkung mitgebracht in Form des neunmalklugen und vorwitzigen kleinen Timmy, einer Puppe, zum "Leben" erweckt von Yannick Epting, und Janina Epting lieh im ihre Stimme. So kamen einige Missgeschicke der Zünftler ans Licht, und auch die Elferräte "mit ihren komischen Frisurschonern (sprich Narrenkappen)" wurden erwähnt.

Zunftbruder Peter Strittmatter wurde für seine langjährigen Verdienste als Kultureller Beirat in der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) mit der "Platin-Narro"- Plakette geehrt. Strittmatter gab dieses Amt nun ab. Eine Veränderung gab es auch im badischen Zunftrat. Markus Eschbach tritt die Nachfolge von Michael Epting als Säckelmeister an. Den Stab des "tanzenden Narro", er geht der Tschättermusik mit tanzenden und hüpfenden Schritten voran, übergab Ehrenzunftmeister Charly Oberle, der die Figur vor etlichen Jahren wiederbelebt und seither ausgefüllt hatte, weiter an den Ex-Vize Michael Wasmer.

Die Schweizer Zunftbrüder tauschten nach 72 Jahren ihre Fahne. Die neue gleicht der alten nahezu aufs Haar, ist aber etwas größer. Gestickt wurde sie in Handarbeit auf Seide. Pfarrer Klaus Fietz von der katholischen Seelsorgeeinheit weihte die Fahne. Im Schaukasten in der Zunftstube wird die alte Fahne ihr "Gnadenbrot" fristen, sagte Zunftmeister René Leuenberger junior.

Der badische Amtskollege Epting nahm drei Biedermännern von rechts des Rheins, Lukas Eichmann, Fabian Baumgartner und Helmut Riemke, den Eid ab und sie in die Zunft auf. Einmal in den Stand eines Narro gehoben, wir d er dies für immer bleiben, denn der Schwur lautet: "Bis an mein selig Ende!"

Legendäre "Brändli-Bomben" und drei Mann am Klavier

Die Tambouren untermalten die Zeremonie rhythmisch. Mit Grußworten und Geschenken warteten viele Gäste auf. Paul Knoblauch, Zunftmeister der Heinerich-Wirri-Zunft Aarau war in Begleitung des Säckelmeisters Urs Walter Hunziker ebenfalls wieder unter den Gästen. Im Gepäck hatten sie die bei den Anwesenden begehrten und ausgesprochen leckeren legendären "Brändli-Bomben". Ganz zum Schluss und zu vorgerückter Stunde brachten die Zünftler den Gästen im Saal eine musikalisch-homerische Einlage in Form von drei bestens aufgestellten Herren am Klavier dar. Die Bewirtung der vielen Gäste übernahmen in gewohnt bester Manier die Waldgeister Rhina.