Viele leben mit Fallers geradezu mit

Reinhard Herbrig

Von Reinhard Herbrig

Mi, 13. November 2019

Laufenburg

Sketche und Erzählungen des Seriendarstellers Peter Schell und Lieder von Christine Schmid kommen in Laufenburgs Schlössle gut an.

LAUFENBURG. Die gut 100 Besucher, die Karl Faller alias Peter Schell einmal live sehen wollten und sich daher im Schlösslesaal einfanden, waren in der Mehrzahl treue Seriengucker, die in 25 Jahren kaum eine der 1032 Episoden von "Die Fallers" im SWR-Fernsehen verpasst haben. Sie erlebten in Laufenburg einen gelungenen Abend mit Peter Schell alias Karl Faller, ergänzt von Christine Schmid mit ihren Liedern.

Selbst Bürgermeister Ulrich Krieger, der die Gäste im Namen von "Kultur im Schlössle" begrüßte, bekannte sich dazu, dass er fast jeden Sonntagabend die Fallers gucke. Ansonsten waren es meist ältere Besucher, die zu der Veranstaltung zusammenkamen.

Schell, der in zahlreichen Sketchen seine schauspielerischen Talente bewies, erzählte, dass viele Menschen geradezu mitlebten mit den "Fallers" oder auch mit "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" und "Lindenstraße". Obwohl er selbst kein Landwirt ist, hätten ihn schon Bauern gefragt, wie sie ihre Kühe am besten halten sollten. "Wie lange braucht man zum Drehen einer Folge?", war eine der Fragen, die dem 62-Jährigen aus den Reihen des Publikums gestellt wurden. In der Regel werden pro Staffel acht bis neun Folgen in sechs Wochen gedreht, so dass pro Folge drei Drehtage veranschlagt sind, so Schells Antwort. Pro Jahr sind es fünf Staffeln. Früher sind die Serien nach einem halben Jahr ausgestrahlt worden, was oft dazu führte, dass die Jahreszeiten nicht zu den Szenen passten, so dass künstlicher Schnee erzeugt oder Bäume künstlich entlaubt werden mussten. Um das zu vermeiden, werden die Staffeln jetzt jeweils ein Jahr im Voraus gedreht. Im Sommer legt der SWR eine zweieinhalbmonatige Drehpause ein.

Wer gedacht hatte, Christine Schmid wäre mit ihrem Akkordeon nur eine Requisite Schells, wurde überrascht. Ihr Spiel auf dem Akkordeon und später ihr Gesang veranlassten das Publikum zu lang anhaltendem Applaus.

So gestalteten sich die zwei Stunden sehr abwechslungsreich: Den Auftakt machte Christine Schmid mit einer Folge bekannter Stücke auf dem Akkordeon, gefolgt von Erklärungen von "Bauer Karl Faller", wie er als Schweizer aus Brugg zu der Serie gekommen ist. Zunächst rechnete man optimistisch mit 50 Folgen, wobei die Fernsehkritiker sich zunächst nicht gerade positiv geäußert hätten. Dass es mehr als 1000 Folgen werden würden, habe vor 25 Jahren niemand zu träumen gewagt. Und wie wird es weitergehen? "Solange alle schauen, wird sich das Autorenteam neue Episoden ausdenken", sagte Schell. Und Wenn im nächsten Jahr die "Lindenstraße" aufhört, werde der eine oder andere zu den Fallers wechseln.

Das Publikum konnte sich an mehr als zwölf kurze Darbietungen von Schell und Schmid erfreuen und haben die beiden mit viel Applaus bedacht. Die Laufenburger Markus Olivieri und Kristina Gelderblom von der Galerie Kunst am Lauffen, die mit Peter Schell wie auch mit der in Rheinfelden lebenden Christine Schmid befreundet sind, hatten den Auftritt des Duos im Schlössle vermittelt.