In die Jahre gekommene Fans der Rockmusik feiern tollen Abend

Wolfgang Scheu

Von Wolfgang Scheu

Do, 14. November 2019

Lenzkirch

"Fireworks of Rock" mit Oli Meier & Brothers gastieren zum fünften Mal in der Lenzkircher Festhalle mit Klassikern der Rockgeschichte.

LENZKIRCH. Der Sound der Hammond Orgel von John Lord setzt ein, die ersten Zeilen des Deep Purple Klassikers "Perfect Stranger" erklingen: "Can you remember – remember my name ? Klar erkennen sie ihn. Oli Meier, zusammen mit den "Brothers", ist der durchtrainierte Physiotherapeut mit der ganz speziellen Rockröhre und bereits zum fünften Mal in der Lenzkircher Festhalle mit "Fireworks of Rock" zu Gast. Und noch mehr Besucher als im Vorjahr waren gekommen, um eine große Party mit den Klassikern der Rockgeschichte zu feiern.

Die Haare trägt er nicht so lang wie Ian Gillan, aber die Urschreie in "Child of Time" liegen ihm ebenso, es geht durch Mark und Bein beim Zuhören. Zwei Dutzend Songs haben sie im Programm für Lenzkirch plus mehr als zehn weitere in Reserve, einige davon hört man bei den Zugaben. Das ABC der Rockklassiker von A wie AC/DC ("Hells Bells") bis Z wie (Led) Zeppelin oder David Bowie alias Ziggy Stardust ("Space Oddity"). "Mamma Mia", die "Bohemian Rhapsody" klingt hammermässig, gegen Ende gibt’s den Schunkelsong "Angels" von Robby Williams, die Besucher singen laut mit, als es in "Hey Jude" übergeht – Gänsehautfeeling macht sich in der Festhalle breit. Bemerkenswert am Rande ist die Tatsache, dass bei dieser Großveranstaltung für Lenzkircher Verhältnisse am Eingang kein Security – Personal vorhanden ist, wie man es selbst an Fastnacht oder beim Musikfest gewohnt war. Man braucht sie nicht. Die "harten" Rockfans bis ins gesetzte Alter wollen einfach nur ihre Musik aus den Jugendtagen genießen.

Sänger Oli Meier dominiert auf der Bühne, er kann sich aber auch zurücknehmen, etwa als er niederkniet vor den Gitaristen Lorenz Buchholz oder seinem Bruder Coco, als dieser den geschützten Bereich hinter den Keyboards verlässt, um sein langes Haupthaar zu schütteln und ein Rocksolo auf der E-Gitarre vom Stapel zu lassen. Es ist keine One Man Show, zu Fireworks of Rock braucht es eine starke Band. Und das sind sie, die Brüder Buchholz. Und zu ihr gehören auch Tilo am Schlagzeug und und der inzwischen adoptierte Brother Roby Scheffert am Bass. Altbekanntes und auch eine Handvoll neue Songs waren zu hören: "Sex on Fire" (Kings of Leon), eine ganz spezielle Version von "Eleonor Rigby" (Beatles), "July Morning" (Uriah Heep) und "When you are gone" waren es an diesem Abend.

Und am Ende standen sie dann nebeneinander auf der Bühne, hielten sich an den Schultern, strahlten erst die Besucher an und dann sich selbst. Man sah es ihnen an, sie haben Spaß wie die Besucher. Ein Teil kommt schon zum fünften Mal, andere sind Neulinge. Und Hans Falke, der das Ganze wieder zusammen mit Manuel Schwörer organisiert hat, ist wieder ein Jahr näher an seinem formulierten Ziel: "Wär doch schön, wenn wir in Lenzkirch in ein paar Jahren gemeinsam das 10. Fireworks of Rock mit Oli Meier und The Brothers feiern könnten". Und Braumeister Achim Rogg kann schon mal Sonderettiketten drucken fürs "Lenzkircher Rock-Zipfel". Die Brothers bewiesen, dass es nicht nur den Durst löscht, als "Bottleneck" ist die kleine Flasche ein perfektes Effektgerät an der Gitarre; Coco hat bei einem Soli demonstriert, dass Lenzkircher Bier auch gut klingen kann.