Schulleitung als eine Herzenssache

Ralf Morys

Von Ralf Morys

Do, 14. November 2019

Lenzkirch

Offizielle Ernennung von Maren Vent-Schmidt zur Rektorin an der Sommerberg-Schule Lenzkirch gefeiert.

LENZKIRCH. Die Sommerberg-Schule hat seit gestern wieder offiziell eine Rektorin: In einer rundum gelungenen und sehr ansprechenden Veranstaltung hat Amtsleiter Werner Nagel vom Staatlichen Schulamt Freiburg, die Schulleitung offiziell an Maren Vent-Schmidt übertragen und die Pädagogin gleichzeitig zur Rektorin ernannt. Zu den ersten Gratulanten in der Festhalle gehörten auch Bürgermeister Andreas Graf für den Schulträger, Pfarrerin Gabriele Heuss für beide Kirchen sowie Ludwig Trommsdorff, pädagogischer Leiter von der benachbarten Franz-Josef-Faller Gemeinschaftsschule.

Viele Attribute wie Kraft, Zuversicht, Geduld, Gestaltungswillen und Freude an der Arbeit wünschte Amtsleiter Werner Nagel der neuen Rektorin, die seit dem 1. August die Schulleitung innehat.

Geboren in Rottweil verbrachte Maren Vent-Schmidt ihre Schulzeit am Bodensee und studierte danach an der Pädagogischen Hochschule in Freiburg. Nach den Staatsexamen kam sie als dreifache Mutter vor sechs Jahren an die Sommerberg-Schule nach Lenzkirch. Als Rektorin solle sie Beziehungen suchen zu den Menschen, die eine Schule ausmachen: Lehrer, Eltern, Kinder und Schulträger, gab Nagel ihr mit auf den Weg. Das Schulamt wolle künftig Berater und Unterstützer sein. Nagel übergab ihr ein Tagebuch, das sie täglich fünf Minuten führen solle.

Für den Schulträger sprach Bürgermeister Andreas Graf und der zeigte sich sichtlich erleichtert, dass die neue Rektorin Maren Vent-Schmidt heißt. Er sammle gerade Wünsche für den Gemeindehaushalt 2020 ein. Und was die Viertklässler an Gestaltungswünschen für ihre Schule vortrugen, vom Ponyhof über eine Achterbahn bis, dass es Süßigkeiten regnen solle, übersteige die Finanzen. Da sei ihm die Wunschliste der neuen Rektorin schon lieber. Als im Frühjahr klar war, dass der bisherige Rektor Willmann geht, sei er froh über das Interesse an der Stelle gewesen. Dass nun aus den eigenen Reihen eine erfolgreiche Bewerbung kam, ermögliche einen nahtlosen Übergang. Die Gemeinde sei in das Prozedere der Auswahl eingebunden worden und so habe er nach 35 Jahren wieder eine Schulbank gedrückt. Auch die Vorstellung im Gemeinderat habe sie souverän gemeistert. Nun wirke Maren Vent-Schmidt verantwortlich an großen Veränderungen mit, wenn es gelte, den Schulcampus neu zu gestalten. Außerdem gelte es, die Herausforderung von drei Schulen unter einem Dach zu meistern. Dafür wünschte Graf der Rektorin starke Nerven und übergab ihr eine Schultüte sowie Blumen für Rektorat.

Der pädagogische Leiter der Franz-Josef Faller Gemeinschaftsschule, Ludwig Trommsdorff sprach in seinem Grußwort von einer konstruktiven und friedlichen Nachbarschaft, die die Nähe auch als Chance sehe, so könne ein gemeinsamer Schulcampus geschaffen werden.

Eine Schultüte mit allerlei nützlichen Dingen, die von Ohrstöpseln, über Nervennahrung bis Lobstempeln reichten, schenkten die Elternvertreterinnen Galina Ignatev und Martina Hinkelmann der Rektorin.

Vergeblich hatte Pfarrerin Gabriele Heuss, die auch für Pastoralreferent Günther Hirt sprach, nach einem Bibelzitat für eine Schulleiterin gesucht. So hielt sie sich an die Kinder. Die bringen Freude, kosten Kraft und verkürzen die Tage. "Der Mensch fängt nicht erst beim Abi an", betonte Heuss und bekam Beifall. Jedes Kind sei einzigartig mit seinen Stärken und Schwächen. Und die Pfarrerin hatte noch einen Tipp in Sachen Bürokratie: Bei ihr rief der Oberkirchenrat mal an und fragte nach einer Statistik. "Die mache ich fertig, wenn Sie meine Kranken besuchen", war die Antwort, auf die kein weiterer Anruf mehr folgte.

Bis vor sechs Jahren wusste ich gar nicht, wo Lenzkirch liegt. Die Familienplanung war eher in den Freiburger Westen orientiert. Den Schnitt habe weder sie noch die Familie bereut. In Kappel sei man gut aufgenommen worden und die Sommerberg-Schule liege ihr am Herzen. Die Situation und die Aufgaben habe sie gesehen und der Wunsch, dass es geordnet weiter gehen solle, führten schlussendlich zur Bewerbung, auch weil das Potenzial der Schule mit dem Kollegium und der Gemeinde sich klar abzeichnete. Und heute stehe ich nun als neue Schulleiterin da, sagte Maren Vent-Schmidt und bekam viel Applaus.

Für das zwei Schulstunden dauernde Programm der Amtseinführung hatte sich die stellvertretende Schulleiterin Carolin Giesa ein kurzweiliges Programm ausgedacht. Die Viertklässler eröffneten die Feierstunde und die Lehrerband beschloss den offiziellen Teil, bevor es bei Häppchen und Sekt zum Smalltalk ging.