Antisemitismus

Da sollte man differenzieren

Hartmut Jünger (Waldshut-Tiengen)

Von Hartmut Jünger (Waldshut-Tiengen)

Fr, 14. Juni 2019

Leserbriefe

Zu: "Kippa verstecken hilft nicht", Beitrag von Wulf Rüskamp (Politik, 29. Mai)

Wenn ein Mensch angegriffen wird, weil er eine Kippa trägt, oder ein Restaurant, weil es sich als jüdisch zu erkennen gibt, dann ist das unerträglicher Antisemitismus, der offensichtlich in Deutschland immer noch existiert und daher zu bekämpfen ist. Wer aber Kritik an der israelischen Politik äußert, ist deshalb noch lange kein Antisemit und sollte auch nicht als solcher bezeichnet werden.

Denn damit treibt man den wirklichen Antisemiten vermeintliche Sympathisanten zu und macht die Gruppe größer und stärker, als sie ist. Gleichzeitig macht man sich zum Unterstützer der israelischen Expansionspolitik. Al-Kuds-Demonstrationen sind daher zu tolerieren, solange keine ungesetzlichen Handlungen stattfinden. Das gilt auch, wenn einige Demonstranten das Existenzrecht Israels in Frage stellen, denn die palästinensische Anerkennung Israels in den Grenzen von 1967 muss im Rahmen einer Zwei-Staaten-Lösung das Ergebnis von Friedensverhandlungen sein, nicht die Voraussetzung. Hartmut Jünger, Waldshut-Tiengen