Rhein-Serie

Die Zukunft des Flusses zu wenig beleuchtet

Werner Kübler

Von Werner Kübler (Badenweiler)

Sa, 06. Juli 2019

Leserbriefe

Zu: "Leben mit dem Rhein", Serie von Michael Neubauer (BZ-Spezial, 8. Juni)

Die Serie war ein interessanter Beitrag über den jetzigen Rhein. Nur, die Zukunft ist leider extrem kurz gehalten. Dafür muss aber bereits jetzt geplant werden. Bei uns müssen doch Großprojekte mit mindestens 50 Jahren Vorplanung betrieben werden. Also: Die Tatsache, dass die Alpengletscher abschmelzen, dass es in den Alpen immer mehr den Verlust des Permafrosts gibt, dass es immer mehr größere Murenabgänge geben wird, ist bekannte Tatsache. Daher wird die Quellschüttung der Alpenbäche immer mehr zurückgehen. Wir bekommen also im Rhein weniger Wasser. Unsere Stromversorgung ist auch von den ganzen Laufwasser-Kraftwerken in der Grundlast abhängig. Um dieselbe Strommenge in der Zukunft zu erhalten, muss anderes Speicher- Management gefunden werden. Wir brauchen einen Zubau: nicht bloß die alten modernisieren, sondern auch Neubauten unterhalb von Iffezheim. Pumpspeicherkraftwerke für Spitzenverbrauch wie das Schluchseewerk oder auch Säckingen und Wehr reichen nicht aus.

Das Niedrigwasser schadet zudem der Schifffahrt. Auch für diese müssen der Umwelt zuliebe neue Schleusenanlagen gebaut werden. E-Autobahnen wie derzeit die Teststrecke im Murgtal oder auch auf der A 5 Frankfurt-Darmstadt sind Momentanreize, die dem praktischen Betrieb nicht standhalten und außerdem nur noch weiteren Strom brauchen, den die Windräder alleine in der Nordsee auch mit Überlandleitungen nicht bringen. Kritikern muss klargemacht werden: Der Strom kommt nicht aus der Steckdose. Auch Biogas, das mit Mais erzeugt wird, lässt sich nicht endlos vermehren. Wir brauchen einen europaweiten Verbund, der funktioniert und entsprechend "sauberen" Strom ohne Kernkraft und Kohle liefert.Werner Kübler, Badenweiler