Leserbriefe

Eberhard Eckerle

Von Eberhard Eckerle (Pfaffenweiler)

Mo, 24. Juni 2019

Leserbriefe Breisgau

TURBOKREISEL BEI EBRINGEN
Auf beiden Seiten gibt es Verständnis
Am 1. Juni berichtete die BZ, dass die Klage der Gemeinde Pfaffenweiler gegen den Turbokreisel bei Ebringen abgewiesen wurde. Dazu und zu mehreren Leserbriefen zu dem Thema, hat die Redaktion eine weitere Zuschrift erreicht.

Bei der Lektüre der Leserbriefe zur L 125 gewinnt man leider den Eindruck, ein Kleinkrieg zwischen den Gemeinden sei ausgebrochen. Ebringen gegen Pfaffenweiler oder gegen Schallstadt – solche Zeilen sollten wir eigentlich nur im Zusammenhang mit sportlichen Wettbewerben lesen. Es entsteht der Eindruck, alle Bürgerinnen und Bürger stünden sich erbittert gegenüber und schon bald würde man mit Traktoren den Duffernbach entlang ziehen und sich zwischen den Dörfern treffen...

Die Schreibenden geben aber ausschließlich ihre persönliche Meinung wider und sprechen nicht stellvertretend für eines der Dörfer. Denn auf beiden Seiten gibt es Verständnis für die jeweils andere Partei oder rückblickend wiederkehrendes Unverständnis für Entscheidungen in der Vergangenheit im eigenen Dorf.

Mit Blick auf Herrn Schmidls Leserbrief möchte ich anfügen, dass viele in Pfaffenweiler sehr wohl den Bau eines Kreisverkehrs in Ebringen befürworten und man sich oftmals nur gegen die Größe (Turbo-Kreisel) ausspricht, ebenso, wie es der Gemeinderat Ebringen 2013 selbst getan hat.

Die Aussage, die Gemeinde Pfaffenweiler hätte die Verlegung der Trasse westlich des Friedhofs vehement abgelehnt, verkürzt die damalige Situation. Der Rat hatte sich in einer Sitzung am 7. Februar 2003 mit acht zu fünf Stimmen für eine Verlegung der L 125 hinter den Friedhof ausgesprochen. Freie Bürgerliste, Offene Liste und leider nur drei Abgeordnete der CDU hatten sich für diese Verlegung stark gemacht und sich bemüht, ein zukunftssicheres Gesamtkonzept im Einklang mit anderen Gemeinden zu finden. Aus mir damals wie heute unersichtlichen, meines Erachtens unlogischen und kurzsichtigen Gründen nahm das Geschehen leider einen anderen Verlauf. Heute stehen sich unsere Bürgermeister in einer schwierigen Situation gegenüber, und sogar vor Gericht wird gestritten. Mit Blick auf viele Freundschaften zwischen Bürgerinnen und Bürger der Gemeinden und durchaus vorhandenem Verständnis für die andere Seite, würde ich mich sehr freuen, wenn sich die schon aufgeheizte Stimmung nicht durch allzu pauschale Aussagen weiter zuspitzt. Die Weltpolitik sollte hier kein Vorbild für uns sein. Genauso wenig kann ich im Leserbrief von Herrn Gutgsell aufgeworfene Zweifel an unserem Rechtsstaat gut heißen.

Wir müssen mit allen Parteien, vielleicht gemeinsam mit optimistischen und kompromissbereiten Bürgern, zurück zum Verhandlungstisch. Vielleicht schafft man es ja doch, eine für die Mehrheit in den Gemeinden zufriedenstellende und diesmal zukunftssichere Lösung zu finden. In diesem Punkt muss ich Herrn Schmidl zustimmen: Lieber sollten wir in unseren Gemeinden Geld für Kindergärten, Schulen, Vereine oder den Umweltschutz bereitstellen, statt es für gerichtliche Auseinandersetzungen aufzuwenden. Eberhard Eckerle, Pfaffenweiler