Ernährung

Wie bringt man Kinder dazu, gesunde Sachen zu essen?

dpa

Von dpa

Fr, 14. Juni 2019 um 16:11 Uhr

Gesundheit & Ernährung

"Igittigitt, das mag ich nicht". Gesundes Essen ist nicht unbedingt das, was Kinder lieben. Ein möglicher Trick: Erzählen, warum es gesund ist und öfter anbieten – sagt eine Studie

US-Forscher haben untersucht, was sie dazu bringt, ein zunächst ungeliebtes Gemüse oder eine Beilage trotzdem zu verputzen. Am größten war der Erfolg, wenn die Kinder das Essen wiederholt angeboten bekamen und ihnen zusätzlich gesagt wurde, welchen Nutzen es für sie hat.

Quinoa-Körnchen und Linsen – das gehört eher nicht zum klassischen Lieblingsessen vieler Kinder. Frühere Studien haben bereits gezeigt, dass Kinder eher bereit sind, neue Lebensmittel zu probieren, wenn sie diese öfter angeboten bekommen. Positiv wirkt sich demnach auch aus, wenn Kinder für das Essen gelobt werden oder wenn Erwachsene gut über eine Mahlzeit sprechen.

Für eine im Journal of Nutrition Education and Behavior veröffentlichte Studie kombinierten Forscher beide Ansätze. 87 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren bekamen über sechs Wochen hinweg an je zwei Tagen ungeliebtes Essen serviert. Die Kinder sollten dabei zunächst alles probieren: Tomaten, grüne Paprika, Linsen und Quinoa. Sie durften die Lebensmittel anfassen, daran riechen oder an ihnen lecken und sollten sagen, wie gerne sie die einzelnen Speisen mögen.

Danach untersuchten die Forscher um Jane Lanigan von der Washington State University in Vancouver (USA), wodurch das Essverhalten am ehesten beeinflusst wurde. Eines der beiden am wenigsten geliebten Lebensmittel wurde einfach immer wieder angeboten, das andere zusätzlich auch noch angepriesen. Dabei griffen die Forscher in Großmutters Trickkiste. Die Erzieher sagten zum Beispiel, wenn es ein Linsengericht gab: "Das wird dir helfen, besser zu wachsen und schneller zu laufen." Bei Früchten und Gemüse erklärten sie, dass diese helfen, nicht krank zu werden.

Beide Methoden zeigten nach sechs Wochen die gleiche Wirkung. Dann bekamen die Kinder einen Monat Versuchspause, und die Forscher prüften das Essverhalten wieder. Nun hatte die kombinierte Methode eine deutlich bessere Wirkung: Die Kinder aßen nun von dem zuvor ungeliebten Lebensmittel, das lediglich wiederholt serviert wurde, etwa sieben Gramm mehr. War das Essen zusätzlich noch angepriesen worden, aßen sie sogar 14 Gramm mehr.

"Wir wollen mit der Studie eine Lücke füllen, denn Eltern wird oft gesagt, was ihre Kinder essen sollten, aber nicht wie sie diese dazu bringen können", so Lanigan.