Der Guru der Kokosnuss

Martin Halter

Von Martin Halter

Fr, 17. Februar 2012

Literatur

Wegen seines Romans "Imperium" wird Christian Kracht vom "Spiegel" unter Verdacht gestellt.

August Engelhardt gehörte zu den bizarrsten Figuren der Lebensreformbewegung. Kälte, fleischliche Versuchungen und allgemeine Zivilisationsmüdigkeit (und eine Anzeige wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses) hatten den Sonnenanbeter 1902 aus dem wilhelminischen Deutschland vertrieben; auf Kabakon, einer kleinen Insel in Deutsch-Neuguinea, fand der Nürnberger Apothekergehilfe einen Platz an der Sonne, wo er, von der Kolonialverwaltung geduldet, sein Heiliges "fruktivorisches Reich" deutscher Nation errichten durfte. Für den strikten Vegetarier war die Kokosnuss die Krone der Schöpfung, der wiedergefundene Gral, an dem das nervöse, dekadente Europa genesen sollte. Die im Vertrauen auf "Eine sorgenfreie Zukunft" (so Engelhardts Hauptwerk) angereisten Aussteiger – verkrachte Bohemiens, Anarchisten, Rohköstler, Nudisten, ...

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