"Wir erfuhren nie das Gefühl der Dazugehörigkeit"

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 03. August 2010

Literatur

BZ-SERIE "TAGEBUCHSOMMER" (1): Hellmuth Gittinger erinnert sich als Sohn eines bei der Deutschen Botschaft angestellten Gärtners an seine Jugend in der Türkei.

Mit Hellmuth Gittingers Erinnerungen an seine Jugend in der Türkei in den 1930er und 1940er Jahren beginnen wir die BZ-Serie "Tagebuchsommer" in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Tagebucharchiv Emmendingen. Die Serie trägt in diesem Jahr den Titel "Leben in der Fremde", denn alle Autoren, deren Texte Sie in den kommenden Wochen auf diesem Platz lesen können, beschreiben längere und kürzere Auslandsaufenthalte. Gittinger (Jahrgang 1931) wuchs in der Deutschen Botschaft in Ankara auf, in der sein Vater als Gärtner angestellt war.

Meine Mutter war einerseits zwar durchsetzungsstark, aber auch eine sanfte Person, die immer Anlaufstation meiner Sorgen und Wünsche war. Die sogenannte "Tante Helene" war für mich und meine kindliche Entwicklung fast ebenso wichtig wie meine eigene Mutter: Helene Karbaum, eine waschechte Berlinerin mit dem Herzen auf dem rechten Fleck, wie man so sagt. Als nicht mehr ganz junges Mädchen war sie Wirtschafterin und Faktotum im Haushalt des deutschen Botschafters. Sie kam bald nach meiner Mutter zum Botschafter Nadolny, wurde von Dr. Keller übernommen und landete schließlich in den Diensten des letzten Botschafters von Papen. Bei Nadolny übernahm sie die Tätigkeit meiner Mutter nach deren Heirat und blieb dann eine Art lebendes Inventar in drei Botschafterhaushalten, wo sie unauffällig für den rei- bungslosen Ablauf dieser großen Haushalte sorgte. (...)

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