Evakuierung nach Bombenfund

Martin Wunderle

Von Martin Wunderle

Sa, 25. Mai 2019

Löffingen

Am Bahnhof wurde am Freitag eine Fliegerbombe gefunden / Anwohner im Umkreis von 300 Metern mussten ihre Häuser verlassen.

LÖFFINGEN. Der Bereich um den Bahnhof Löffingen ist abgesperrt, dort wurde am Freitagnachmittag gegen 15 Uhr bei Bauarbeiten eine Bombe gefunden. Der direkt gegenüberliegende Neukaufmarkt wurde gegen 17 Uhr evakuiert und danach geschlossen.

Nach Angaben von Einsatzleiter Peter Krutz vom Polizeirevier in Titisee-Neustadt handelt es sich um eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst aus Stuttgart ist von der Polizei informiert worden und hat sich auf den Weg nach Löffingen gemacht. Bis die Experten die Bombe genau untersucht haben könne man nicht sagen, wie groß der Evakuierungsradius sein würde. Nach einer ersten Bewertung könnte es sich um eine 250-Kilogramm-Bombe handeln. Der Gefahrenbereich im Falle einer Entschärfung beträgt circa 300 Meter um den Fundort.

Starke Polizeikräfte wurden in Löffingen zusammengezogen. Bundespolizei, Feuerwehr, die Gemeinde und Rettungsdienste sind ebenfalls in den Einsatz eingebunden. Für die Betreuung von Anwohnern wurden die Sporthalle und die benachbarte Aula des Schulverbunds in Löffingen geöffnet. Bürgermeister Tobias Link habe dazu sein Einverständnis erteilt, erläuterte Krutz.

Eine endgültige Planung der bevorstehenden Evakuierung könne erst nach einer Vor-Ort-Einschätzung des Kampfmittelbeseitigungsdienstes erfolgen. Gegen 19.30 Uhr wurde mit der Evakuierung der Bevölkerung begonnen. Betroffen davon waren Bewohner der Unteren Hauptstraße, der Ringstraße, der Bahnhofstraße und der Maienlandstraße. Anwohner wurden gebeten, den Anweisungen vor Ort zu folgen.

Sie wurden im Schulgebäude vom Roten Kreuz registriert. Nach Angaben von Tobias Link ist die Evakuierung ohne Zwischenfälle und in geordneten Bahnen verlaufen. Die Stadt Löffingen hatte im Rathaus einen Notfalltelefondienst für die Bürger eingerichtet.

Die Polizei ging bei Redaktionsschluss allerdings nicht davon aus, dass die Bürger dort über Nacht bleiben müssen. Sie rechnete damit, dass die Bombe noch im Lauf des Abends entschärft werden kann.

Gefunden hatte die Bombe ein Baggerfahrer, der im Rahmen des barrierefreien Ausbaus der Höllentalbahn an den Bahnsteigen arbeitete. Bereits im Frühjahr war anhand von Luftbildern aus dem Bereich des Bahnhofs Löffingen nach Fliegerbomben gesucht worden. Gefunden wurde damals lediglich ein alter Güterwagon, der vermutlich zum Füllen eines Kratertrichters benutzt wurde.

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