Löffingens Vorzeigelandwirt

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 18. Oktober 2019

Löffingen

Wolfram Wiggert vom Haslachhof ist als Energielandwirt des Jahres ausgezeichnet worden.

LÖFFINGEN/BERLIN. Wolfram Wiggert aus Löffingen ist der Energielandwirt des Jahres. Wiggert erhielt den vom Deutschen Landwirtschaftsverlag verliehenen Ceres-Award am Mittwochabend in Berlin. Zum sechsten Mal wurden der "Landwirt des Jahres" sowie elf Kategoriensieger aus allen Bereichen der Landwirtschaft gekürt, darunter Wiggert als Energielandwirt.

Biogas ist nicht gleich Biogas. Bioland-Landwirt Wolfram Wiggert vom Haslachhof in Löffingen bewirtschaftet 500 Hektar und zeigt, wie man daraus eine Erfolgsgeschichte für die Umwelt macht. "Bei unserem Mitglied Wolfram Wiggert treffen Nachhaltigkeit, traditionelles Wissen und Kreislaufwirtschaft auf modernste Technik. Gerade in Zeiten der Klimakrise ist es umso bedeutender effizient und ressourcenschonend zu wirtschaften. Ihm gelingt es nicht nur, mit seinem Betrieb CO2-neutral zu sein, sondern auch noch CO2 über Humusaufbau im Boden zu speichern", begeistert sich Stephanie Strotdrees, Vizepräsidentin von Bioland und ehemalige Gewinnerin der Kategorie "Biolandwirtin des Jahres.

"Wir sind richtig stolz auf das, was wir machen. CO2 zu binden und weniger davon zu emittieren, sind unabdingbare Voraussetzungen, um der Klimakrise zu begegnen. Daher freuen wir uns sehr, den Titel ,Energielandwirt des Jahres’ geholt zu haben und dass dem Thema dadurch noch mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird", freut sich Wiggert.

Wer auf den Betrieb von Wolfram Wiggert und seiner Frau Eva kommt, meint, einen klassischen Biogasbetrieb zu besuchen. Neben dem Biogas tragen auch gut durchdachte Fruchtfolgen viel zur Wertschöpfung auf dem Betrieb bei. Luzernegras, Dinkel, Hafer, Einkorn, Grünroggenmais, Getreide-leguminosen-GPS. Ein Teil der Fruchtfolge sorgt für den nötigen Stickstoff der Folgefrucht. Der Aufwuchs der Stickstoffsammler wird nicht gemulcht, sondern in der Biogasanlage zu flüssigem Dünger veredelt.

"Unsere Biogasanlage hat eine Bemessungsleistung von 500 Kilowatt, ist aber fünffach überbaut, um den Strom immer dann zu liefern, wenn er am meisten gebraucht wird. Damit die Wärme aber den ganzen Tag über für das Nahwärmenetz zur Verfügung steht, landet sie in einem großen Pufferspeicher", berichtet Wiggert. "Unser neuester Clou ist die Abgasreinigung bei der Biogasanlage. Was bei Dieselmotoren Standard ist, versuchen wir einfach bei der Biogasanlage." Die Abgasreinigung mit einem SCR-Katalysator ist eine der ersten im Land und soll helfen, die Technik serienreif zu bekommen. Die Biogasanlage arbeitet CO2-neutral. Zum Vergleich: Ein Braunkohlewerk benötigt ungefähr ein Kilo CO2 je Kilowattstunde Strom und eine vergleichbare Biogasanlage rund 300 Gramm je Kilowattstunde Strom.

Bioland-Geschäftsführer Christian Eichert freute sich mit den Gewinnern und gratulierte unter anderem Wolfram Wiggert, der mit den anderen Preisträgern für eine enkeltaugliche Landwirtschaft der Zukunft Sorge trügen. Eichert sagte: "Schön, dass Ihr Engagement durch die Vergabe des renommierten Ceres-Awards entsprechende Würdigung erfährt."

Im Vorfeld der Preisverleihung begrüßte der Bundestagsabgeordnete Felix Schreiner Wolfram und Eva Wiggert im Deutschen Bundestag, um das Vorzeigeprojekt des Haslachhofs zu würdigen. "Ich bin sehr stolz, dass wir in unserer Region ein so tolles und innovatives Projekt in der Landwirtschaft vorweisen können", sagte Schreiner und ergänzte, der Titel "Energielandwirt 2019" zeige, dass der Haslachhof in seiner Kategorie der Beste deutschlandweit sei.