Bühnencoach

Brigitte Schweizer stärkt das Selbstbewusstsein ihrer Schüler

Martina David-Wenk

Von Martina David-Wenk

Mi, 22. Mai 2019 um 13:30 Uhr

Lörrach

Brigitte Schweizer will in einem Kurs der Stimmen-Werkstatt zeigen will, wie man Schüchternheit überwindet: "Wer bei mir lernt, bekommt ein besseres Gefühl für sich selbst."

"Stimmen" bietet nicht nur Live-Konzerte, Sänger können auch dazulernen. Die Stimmen-Werkstatt bietet ein Programm für Profis und Laien. Brigitte Schweizer, Gesangspädagogin, Schauspielerin und Hochschuldozentin aus der Schweiz, ist erstmals dabei. "Drama, Baby" will zu mehr Authentizität und Kreativität verhelfen. Martina David-Wenk sprach mit der Kursleiterin über die Stimme, Schüchternheit und die Chance, sie zu überwinden.

BZ: Die Überschrift ihre Kurses erinnert an Bruce Darnell und seine Sprüche bei "Germanys Next Topmodel". Könnten Teilnehmerinnen bei Ihnen lernen, bei Heidi Klum erfolgreich zu sein?

Schweizer: Ja, das könnte ich hinkriegen. Aber in diesem Seminartag geht es um die Stimme als Instrument des Körpers. Mir hat nur der Spruch von Bruce Darnell so gut gefallen.

BZ: An wen richtet sich Ihr Kurs?

Schweizer: An professionelle Sängerinnen und Sänger, aber auch an Sprecher und jeden, der auf einer Bühne überzeugen will. Hier bei Stimmen geht es um die Musik, ich habe aber auch schon Professoren bei mir im Seminar gehabt, die vor einem wichtigen Vortrag standen. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere noch an Luka Nozza aus Freiburg, der bei der Casting Show "The Voice of Germany" mitgemacht hat. Ich habe ihn betreut.
Stimmenwerkstatt

8. Juni: Brigitte Schweizer, "Drama, Baby"
31. Juli bis 10. August: Chorleitung und Chorische Stimmbildung mit
Volker Hempfling, Michael Reif, Sabine Horstmann, Maria Tönnesmann
im Waldhof e.V., Freiburg
15. September: Bernhard Richter, Claudia Spahn, "Sehen, was wir hören – Stimmphysiologische Grundlagen und praktische Beispiele von Stimmfunktionen"
28. /29. September: Franziska Wigger, "Klangvielfalt des Jodelns für Fortgeschrittene"
5. und 6. Oktober: Beatboxing für Kinder

BZ: Sie wollen zu mehr Authentizität verhelfen. Wie machen Sie das?

Schweizer: Ich schaue, wie der Körper designt ist. Kein Mensch kann gegen seinen eigenen Körper singen oder sich ausdrücken. Ich zeige die verschiedenen Stimmen der Person auf. Gegen die Bruststimme zu singen, geht auf Dauer nicht. Wer bei mir lernt, bekommt ein besseres Gefühl für sich selbst.

BZ: Sie singen klassisches Genre. Wie fühlt man sich da für Pop und Jazz ein?

Schweizer: So gewaltig ist der Unterschied gar nicht. Johann Sebastian Bach ist ein Vorläufer des Jazz, auch er improvisierte. Wer Gesang studiert an der Pop-Schule in Freiburg, der muss auch klassische Lieder singen können.

BZ: Wenn ich singen will, aber schüchtern bin und mich nicht recht traue – können Sie mir die Schüchternheit nehmen?

Schweizer: Ja. Man kann Vieles lernen. Ich selbst war sehr schüchtern. Die Schauspielschule hat mir geholfen, das zu überwinden. Vor allem die Methoden von Lee Strassberg, ich habe bei einem Schüler von ihm gelernt, oder auch Moshe Feldenkrais helfen dabei, sich seiner selbst bewusst zu werden.

BZ: Was nimmt der Kursteilnehmer an diesem Samstag mit nach Hause.

Schweizer: Viele praktische Tipps, aber auch ein besseres Gefühl für sich selbst.

BZ: Was ist der wichtigste praktische Tipp aus Ihrer Sicht?

Schweizer: Man muss das Publikum als Freund betrachten. Wenn es der Feind ist, hat man schon verloren.