Laufen macht glücklich – und birgt Risiken

Martina David-Wenk

Von Martina David-Wenk

Do, 21. Februar 2019

Lörrach

Sportmediziner Andreas Gösele informierte im Sparkassenforum über Laufbeschwerden und deren Therapie.

LÖRRACH. Wenn es nach den vollen Rängen im Sparkassenforum ginge, dann ist Laufen eine gefährliche Sportart. Die Sportstiftung Südbaden hatte gemeinsam mit der DAK, der Physiotherapiepraxis Reha-Vita und dem Bandagenhersteller Bauerfeind zum Thema Laufbeschwerden und deren Therapie eingeladen.

Nicht nur ältere Läufer fühlten sich angesprochen, das Publikum war durchaus gemischt. Das wird vor allem auch Andreas Gösele aus Lörrach gefreut haben: Der Sportmediziner und Gründer der Crossklinik in Basel beleuchtete in seinem Vortrag nicht nur den Gesundheitsfaktor Laufen und sprach über Beschwerden und deren Therapie beim Laufen. Gösele rief auch Eltern dazu auf, ihre Kinder so früh wie möglich zum Sport zu schicken. Wer früh beginne, profitiere davon ein Leben lang. Späteinsteiger hätten es deutlich schwerer. Sie wollten meist zu schnell zu viel, was die Verletzungsanfälligkeit erhöhe.

Noch bevor Gösele über Laufbeschwerden sprechen konnte, brach der begeisterte Sportler eine Lanze für das Laufen. Neben den bekannten Vorteilen für Herz und Kreislauf sieht er vor allem psychische Vorteile. Läufer hätten weniger Depressionen als Nichtläufer. Und: Laufen solle die Potenz steigern, merkte er leicht verschämt und doch deutlich auf der Leinwand lesbar an.

Aber auch Verletzungen ließ der schweizerische Olympiaarzt nicht aus: Er sprach von gerissenen und überdehnten Bändern; der übertretene Fuß sei die weltweit am häufigsten vorkommende Sportverletzung. Heute behandele man eine Bänderverletzung meist mit Bandagen. Überhaupt würden Sportverletzungen heute größtenteils ohne Operation behandelt. Nach einer Verletzung solle man bloß nicht zu früh wieder einsteigen, sonst drohe eine erneute Verletzung. Bei Muskelverletzungen gelte es, die üblichen Schmerzmittel nur zu Beginn einzusetzen, denn sie führten zu einer Kühlung der Verletzung, so der Fachmann. Heilung, also eine Selbstheilung des Körpers, brauche aber Wärme. Rückenprobleme beim Laufen kämen von einer verkürzten Oberschenkelmuskulatur. Diese veranlasse, dass das Becken nach vorne kippe und damit etwa die Wirbel im unteren Rücken verschoben werden.

Wenn Athleten über Schmerzen klagen, dann gelte es, den gesamten Menschen im Blick zu haben, um gezielt mit physiotherapeutischen Maßnahmen zu helfen. Der Mediziner empfahl zudem Bandagen, die den Bewegungsapparat auch im gesunden Zustand stützen.

Der Film des Trans-Alpine-Läufers Frank Bauknecht, der die Alpen von Fischen im Allgäu bis zum Ortler durchquerte, fiel aus technischen Gründen leider aus. Er erzählte jedoch packend von seiner Leidenschaft. Peter Vogl, Finanzvorstand der südbadischen Sportförderung, freute sich, dass die Veranstaltung möglich war, zumal Referent Andreas Gösele selbst Mitglied im Vorstand der Sportförderung ist und dazu aus Lörrach.