Offenburger Eismacher zu Trends

Am Speck-Krokant-Eis scheiden sich die Geister

Nele Augenstein

Von Nele Augenstein

Mi, 28. August 2019 um 17:15 Uhr

Offenburg

Bei Offenburgs Eismachern Loris Tonon und Mauro Zampolli ist zunehmend veganes, laktose- und nussfreies Eis gefragt. An experimentellen Sorten wie Speck-Krokant aber scheiden sich die Geister.

Zur Sommerzeit ist Eis ein gefragtes Gut. Doch schon lange genügen die Traditionssorten Vanille, Schokolade und Erdbeere nicht mehr. Immer exotischeres wird im Eis-Labor kreiert – auch in Offenburg. Ebenso steigt die Nachfrage von veganen, laktose- und nussfreien Sorten. Doch Joghurt ist der Dauerbrenner. Da sind sich Mauro Zampolli vom Eiscafé Zampolli, und Loris Tonon vom Eiscafé Palazzo einig.

Alle Joghurt-Varianten zählen zu den gefragtesten Sorten, sagt Loris Tonon. Die Frucht-Sorten seien vor allem beim heißen Wetter beliebt. Mauro Zampolli hat die Erfahrung gemacht, dass die klassischen Geschmacksrichtungen ihr festes Publikum haben: "Vanille, Schoko und Erdbeere gehen immer". Diesjähriger Verkaufsschlager im Zampolli: Zitrone-Basilikum. Längst sind die Offenburger Eismacher auch experimentierfreudiger. So findet die ein oder andere außergewöhnliche Sorte ihren Weg in die Theke. Süßkartoffel-Walnuss kam bei den Kunden gut an, meint Zampolli. Er experimentiere immer mit den verschiedensten Zutaten im Eis-Labor. Auch Speck-Krokant hatte einen Testlauf. Das kam bei der Kundschaft aber sehr unterschiedlich an. "Das ist salzig und geräuchert wegen des Specks, aber auch süß wegen des Krokants.

Das war dann nicht so der Renner", erzählt Mauro Zampolli. Im Eiscafé Zampolli machen sie immer mal wieder etwas Verrücktes. Auch mit Tomate-Mozzarella wurde bereits experimentiert.

Diese abenteuerlichen Sorten weichen jedoch zu sehr vom gewohnten Geschmack der Eiskunden ab. "Das ist auch nur so eine Gaudi", so Zampolli. Der Kunde erwarte einfach einen anderen Geschmack beim Eis-Essen. Auch Loris Tonon weiß, dass immer wieder Ausgefallenes angeboten wird: Doch von den ganz verrückten Sorten, die sich in so mancher Theke finden lassen, hält er nicht viel. "Man kann ja aus allem Eis machen", meint Tonon. Aber das sei dann auch nur ein Versuch und werde bald wieder vergessen.

Um die hohe Nachfrage an den Sommertagen zu erfüllen wird im Palazzo durchgehend Eis produziert. "Wir machen nur, was gebraucht wird, immer frisch – aber da kann dann eben auch mal eine Sorte fehlen", erklärt Loris Tonon.

Im Urlaub zu allererst zu einer Eisdiele

Das Zampolli stellt sein Eis immer am Morgen her. "In der Regel reicht das auch, aber wenn viel verkauft wird, müssen wir auch mittags nochmal ins Eis-Labor", erzählt Mauro Zampolli. Besonders viel wird bei Temperaturen von etwa 25 Grad Celsius verkauft. "Zu heiß ist auch nichts", sagt Tonon.

Bei Spitzentemperaturen von bald 40 Grad Celsius sei auch in der Stadt nicht mehr viel los. Die Nachfrage nach veganem und allergikerfreundlichem Eis sei in den vergangenen Jahren merklich angestiegen, bestätigen beide Café-Betreiber. Das könne auch gut funktionieren, so Zampolli. Da sei eine Zusammenarbeit der Kunden und des Verkaufs notwendig. Bei Allergikern stehe der Genuss von Eis in Eisdielen aber auch in der Eigenverantwortung. In beiden Eisdielen sind die Fruchtsorten vegan.

Auch nach so vielen Jahren im Geschäft essen beide Eismacher noch liebend gerne Eis. Loris Tonon genießt viele Sorten auch gerne im Winter. Das empfehle er auch seinen Kunden immer wieder. Im Winter biete das Palazzo außerdem auch Sorten wie Zimt und Spekulatius an. Auch Mauro Zampolli kann nicht genug von der kalten Leckerei bekommen: "Im Urlaub steuere ich immer zuerst eine Eisdiele an und probiere", erzählt Zampolli. Er esse täglich Eis. "Wenn ich mal drei oder vier Tage kein Eis esse, bekomme ich Entzugserscheinungen", sagt Zampolli lachend.