Kochbücher

Asian Noodles – das Symbol der Langlebigkeit

Pascal Cames

Von Pascal Cames

So, 02. Juni 2019 um 00:20 Uhr

Gastronomie

Der Sonntag Bekanntlich sind aus den Straßen Saigons, Kyotos und Pekings Nudeln nicht wegzudenken. Wem ist es zu verdanken? Den Chinesen!

Es waren keine schwäbischen oder italienischen Missionare, die sie einführten, sondern die Chinesen, die vor 4 000 Jahren die Nudel erfanden. Diese Zahl ist durch Funde verbürgt. Dass den Chinesen diese Ehre gebührt, darüber ist man sich in Fernost einig, auch wenn sonst – politisch, aber auch kulinarisch – harte Konkurrenz herrscht, schreiben die drei versierten Autorinnen aus China, Japan und Vietnam in "Asia Noodels".

In Fernost gibt es Nudeln aus Weizen, Buchweizen und Reis, sie werden in Fabriken hergestellt, aber auch nach alter Sitte vom Brett geschabt, mit der Bastelschere abgezwackt oder mit dem Messer mehr oder weniger dick geschnitten.

Je nach Land und Region, Himmelsrichtung und Jahreszeit wird das "Symbol der Langlebigkeit" anders gegessen, mal mit dicker Soße, mal mit dünner, mal mit einem Dip, süßer oder schärfer, heißer oder kälter oder einfach so, wie es die Japaner machen. Ihnen geht es darum, wie sich "Nudeln anfühlen, wenn sie den Schlund passieren".

Wer in "Asia Noodles" mehr sieht als "nur" ein Coffee Table Book mit vielen tollen Bildern aus der Vogelperspektive und es als Kochbuch ernst nimmt, hat alle Hände voll zu tun. Teige müssen 150 mal geknetet werden, dazu braucht es seltene Zutaten, die es wahrscheinlich nur im Pariser oder New Yorker Chinatown gibt oder im Gepäck von Freunden, die von einer Asien-Tour zurückkehren, vielleicht aber auch im hiesigen Asia-Shop.

Logisch: Nur mit den Originalzutaten schmecken Dashi und Tonkotsu-Brühe für die Ramen-Nudeln authentisch. Aber dann! Wenn es soweit ist, darf der geneigte Leser alles geben. Schlürfen und Schmatzen sind erlaubt, angeblich schmeckt’s so besser. Die 150 Nudelrezepte gibt es mit und ohne Fleisch sowie glutenfrei. Pascal Cames
Asia Noodles von Chihiro Masui, Minh-Tâm Trân und Margot Zhang, deutsch von Helmut Ertl, Knesebeck Verlag, 320 Seiten, 36 Euro.