Einfluss vieler Aromen

Katja Rußhardt

Von Katja Rußhardt

So, 30. Juni 2019

Gastronomie

Der Sonntag The Holy Taco Shack lädt zum Dinner mit jüdisch-amerikanischen Delikatessen.

Auf eine kulinarische Reise durch die USA kann man Annika und Geoff de Forest im Freiburger "The Holy Taco Shack" folgen. Im Juli gibt es dank einer Kooperation mit dem Carl-Schurz-Haus ein Dinner mit jüdisch-amerikanischen Delikatessen.

Warmes Cornbread liegt auf dem Teller, beträufelt mit Honig: ein Klassiker der amerikanischen Küche und ein besonderes Geschmackserlebnis, wenn man beim Kosten überraschend auf feurige Jalapeños stößt. "Diese Kombination kenne ich aus dem Süden von Texas", sagt Geoff de Forest, weitgereister Koch und Chef des Holy Taco Shack. Aus Philadelphia kommt er und führt das 2015 gegründete Lokal neben der Uniklinik mit seiner Frau Annika, die in Emmendingen aufgewachsen ist. "Wir machen keine Burger und Hot Dogs, sondern wollen unseren Gästen vermitteln, was in den Küchen Amerikas gekocht wird – Authentisches, jenseits der Vergnügungspark-Klischees", erklärt sie und fügt hinzu: "Es ist nicht einfach, das alles auf eine Speisekarte zu bringen, doch die regionale Vielfalt spiegelt die Demografie des Einwandererlands wider."

"Southern Soulfood Dishes" hat das Gastronomen-Paar im vergangenen Jahr bereits in Zusammenarbeit mit dem Carl- Schurz-Haus vorgestellt. "At America’s Table" heißt die von dem Deutsch-Amerikanischen-Institut konzipierte Talk- und Tasting-Reihe. "Der Cuisine-Schmelztiegel der USA" sei eines der fokussierten Themen, berichtet René Freudenthal vom Carl-Schurz-Haus. Der Titel der kommenden Veranstaltung kautet "Jewish-American Delicatessen Dinner" – eine thematische Vorgabe, über deren Umsetzung Annika und Geoff de Forest eine Weile nachgedacht haben. "Die jüdischen Einwanderer aus ost- und westeuropäischen Ländern haben ihre Spezialitäten mitgebracht, es gibt aber auch arabisch-marokkanische Einflüsse", fasst Annika de Forest die beiden wesentlichen Strömungen zusammen, die als aschkenasisch und sephardisch-orientalisch bezeichnet werden.

Beide haben Eingang in die Dinnerplanung der de Forests gefunden: Gestartet wird mit einem Deli-Mezze-Teller – Latkes aus fein geriebenen Kartoffeln, mit Mehl und Ei knusprig gebacken und belegt mit Räucherlachs und Dill. Deutsch-russisch-polnische Einflüsse zeigen fein geschnittene Rote Bete und gekochte Eier. "Und als Hauptgericht servieren wir ein Reuben Sandwich, den absoluten Klassiker der New Yorker Delis", sagt Geoff de Forest. Dafür wird Rindfleisch drei Wochen in Salzlake eingelegt, dazu gibt es Chips und – in osteuropäischer Tradition – eingelegte Gurken, die man "kosher dills" nennt. "Meine Schwägerin Amy, die mit einem orthodoxen Juden verheiratet ist, würde an einem Freitag niemals ein Sandwich servieren. Denn am Freitag ist Schabbat und da gibt es immer ein opulentes Festmahl – aber wir haben ja die typischen Delikatessen im Blickpunkt", sagt Annika de Forest. Dazu gehört tatsächlich auch Baklava, denn die orientalische Köstlichkeit fehlt in keinem Deli. "In unser Dessert haben wir besonders viel Liebe gesteckt", schwärmt Annika de Forest.
Aus der Reihe "At America’s Table" des Deutsch-Amerikanischen-Instituts Freiburg, Carl-Schurz-Haus: Jewish-American Delicatessen Dinner am Freitag, 19. Juli, ab 19 Uhr in The Holy Taco Shack, Barbarastraße 18, Freiburg, http://www.theholytacoshack.com Teilnahme 40 Euro. Verbindliche Anmeldung bis 5. Juli ausschließlich per E-Mail an: programm@carl-schurz-haus.de