Artgerecht

Wie Franz Keller vom Spitzenkoch zum Viehzüchter wurde

Stefan Hupka

Von Stefan Hupka

Mo, 04. Juni 2018 um 17:52 Uhr

Gastronomie

BZ-Plus Er will der Welt zeigen, dass Landwirtschaft auch anders gehen kann. Deshalb wurde Sternekoch Franz Keller, Bruder des SC-Vorsitzenden Fritz Keller, zum Viehzüchter. Ein Besuch auf seinem Hof.

In der Ruhe liegt die Kraft. Auch wenn es aus schwarzen Wolken schon donnert, Böen die Bäume biegen, erste dicke Tropfen aufs Blech knallen und Menschen hektisch ein Dach überm Kopf suchen. Da trotten Olympus, das Kraftpaket, und sein Harem gemütlich Richtung Waldrand, Schnauze an Quaste, Quaste an Schnauze. Als wollten sie zeigen: So ein Maigewitter ist kein Grund zur Panik. Und erst recht kein Grund, dorthin zu fliehen, wo die meisten Artgenossen zwangsweise ihr ganzes Dasein fristen – in den engen Viehstall.

Olympus wiegt anderthalb Tonnen, ist ein Bulle und draußen zuhause – wie die meisten Tiere hier, die 40 fuchsbraunen Limousin-Rinder, die 20 Bunten Bentheimer Schweine samt Eber Eberhardt und tagsüber auch die Hühner und Gänse. So soll es sein, findet der Bauer, dem sie gehören: frische Luft, saftig grünes Gras, Sex, Beinfreiheit, hin und wieder Regengüsse, und das den ganzen Sommer lang. "Aber es gibt heute jede Menge Tiere, die nie eine Weide sehen, Tiere, die unter furchtbarsten Umständen leben." Er macht eine lange Pause. "Und deren Fleisch essen wir."

Seine Bestimmung fand Keller am "Arsch der Welt"
Ist er ein Romantiker, ein Befreiungstheologe, militanter Tierschützer, Grüner, Veganer? "Nö", ist er alles nicht. Der Mann ist Bauer. Vor allem aber ist er Koch, einer aus der obersten Liga. Und als solcher freut er sich schon jetzt darauf, dass das, was hier über die Wiesen trottet, bald in seinem Kochtopf oder seiner Pfanne landet. Und dann auf den Tellern seiner Gäste. Slow Food sozusagen, schon zu Lebzeiten. Es ist Franz Keller, und er scheint hier "am Arsch der Welt" (Keller) seine Bestimmung und Erfüllung gefunden zu ...

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