Weihnachtsaktion

Wie im Glashaus in Lörrach Plätzchen für gute Zwecke entstehen

Barbara Ruda

Von Barbara Ruda

Do, 28. November 2019 um 12:55 Uhr

Gastronomie

Hoher Krankenstand, die Gussmaschine steht nicht zur Verfügung, Lieferprobleme bei Oblaten. Thomas Bossert vom Glashaus in Lörrach hat alle Hände voll zu tun, dennoch freut er sich auf die BZ-Weihnachtsaktion.

Thomas Bossert atmet kräftig durch. "Oh, du schöne, besinnliche Vorweihnachtszeit", seufzt der Betriebsleiter des Glashauses leise. Seit dem frühen Morgen füllt er Pistazien-Hagebutten-Sterne, Butterplätzchen, Vanillegipferl, Basler Leckerli und Zimtsterne in Tütchen. In den vergangenen Jahren war die Weihnachtsbäckerei im Café-Bistro Glashaus der Lebenshilfe eine schöne Gemeinschaftsaufgabe, bei der alle zusammenarbeiteten.

Doch derzeit gilt es, mehreren Widrigkeiten zu trotzen. Bossert hatte in dieser Jahreszeit noch nie einen so hohen Krankheitsstand beim Personal. Nur zwei Frauen konnten ihm beim Verpacken helfen, daher musste er auch auf seine Familie zurückgreifen.

1200 Stück von jeder Sorte

"Mir wurde erst bei der Produktion klar, dass ich von jeder Sorte 1200 Stück brauche", erzählt der Betriebsleiter. 500 Tüten mit Weihnachtsplätzchen sind für die Badische Zeitung und ihre Hilfe-zum-Helfen-Tombola gedacht – so viele wie noch nie. Doch auch im Glashaus müssen weitere Leckereien zum Verkauf bereit stehen.

Zusätzlich bereiteten die Lebkuchen in diesem Jahr Probleme. Es war eine Herausforderung, Oblaten im Durchmesser von neun Zentimenter zu bekommen. Von den ersten Firmen bekam Thomas Bossert nur Absagen. "Eine einzige Katastrophe", sagt der Koch und Bäcker. "Wir hatten das total unterschätzt." Und als er dann endlich Oblaten hatte, kam die nächste Hiobsbotschaft. Durch die Großbaustelle bei der Bäckerei Paul stand die Gussmaschine nicht zur Verfügung. Normalerweise läuft die Produktion per Fließband und die Schokolade wird maschinell über die Lebkuchen gegossen.

350 Lebkuchen per Hand bepinselt

Doch ohne Maschine mussten 350 Lebkuchen per Hand mit Schokolade bepinselt werden. Ohne die Kooperation mit der Bäckerei Paul würde man die Weihnachtsbäckerei in der Glashaus-Küche mit ihren unterschiedlichen Plätzchen überhaupt nicht schaffen, wie Thomas Bossert dankbar feststellt. Die Basler Leckerli stellt die Bäckerei in Eigenregie her, weil "besser kriegt man die einfach nicht hin", schwärmt der Küchenchef.

Insgesamt besteht das Glashaus-Team aus 23 Mitarbeitern – zehn davon sind Inklusionsstellen. Ab Januar werden es sogar elf sein. In der Konditorei wird eine neue Stelle geschaffen und besetzt mit einem Mitarbeiter, der dort derzeit als Praktikant des Berufs-Bildungs-Bereichs der Lebenshilfe (BBB) arbeitet. Im Januar bekommt er einen Festvertrag. "Da sind wir auch von Seiten der Lebenshilfe richtig stolz drauf", sagt Thomas Bossert. "Es ist nämlich das erste Mal, dass ein BBB-Absolvent in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt wurde." Danach sieht er allerdings das Ende der Fahnenstange erreicht. Inklusionsstellen dürfen die 50-Prozentmarke nicht überschreiten. Das würde einen Betrieb überfordern.

Warum er sich trotzdem freut

Trotz Stress und der Hektik in diesen Tagen freuen sich Thomas Bossert und sein Team darüber, dass über die Tombola der BZ-Weihnachtsaktion Hilfe zum Helfen Werbung für das Café-Bistro Glashaus gemacht wird. Da es in Lörrach immer noch Menschen gibt, die diesen integrativen Betrieb noch nicht kennen.