Es wird weiter auf Asche gelaufen

Irene Bär

Von Irene Bär

Mi, 16. Oktober 2019

Mahlberg

Gemeinderat ist gegen den Bau einer Tartanbahn im TuS-Stadion.

MAHLBERG. Das TuS-Stadion wird keine 100-Meter-Tartanbahn bekommen. Der Gemeinderat lehnte den Vorschlag der Verwaltung mit deutlicher Mehrheit ab. Stattdessen soll die bestehende Aschenbahn saniert werden. Laufbahn und Hauptspielfläche auf dem TuS-Gelände sind in einem beklagenswerten Zustand. Gelitten hatte das TuS-Gelände durch die Kanalsanierung in der Nachbarschaft. Große Lkws hatten Bahn und Spielfeld mehrere Male überfahren.

Dass etwas getan werden müsse, stand am Montag bei den Mitgliedern des Gemeinderatssitzung nicht in Frage. Bürgermeister Dietmar Benz stellte dem Gremium drei Varianten zur Sanierung vor. Eingerechnet in die Kostenvoranschläge waren die Zuschüsse von der Regionalstiftung der Sparkasse und der Sportstättenförderung. Von zuletzt genannter könnte es laut Benz deshalb Zuschüsse geben, weil die Bahn noch von der Schule für den Sportunterricht und die Bundesjugendspiele genutzt werde. Vom Badischen Sportbund seien keine Zuschüsse zu erwarten. Diese hatte der TuS Mahlberg beantragen müssen, indes habe der Verein schon seit längerer Zeit keine Leichtathletikabteilung mehr.

» Variante eins: Zum einfachen Austausch des Sandes auf der Aschenbahn (Variante eins) müsse die Stadt trotz Zuschüsse etwa 14 000 Euro selbst finanzieren, so Benz. Von der Regionalstiftung seien mit zwischen 5000 und 6000 Euro an Förderung zu rechnen.

Variante zwei: Mit 16 000 bis 19 000 Euro müsse sich die Stadt an den Kosten für die Variante zwei (Komplettsanierung der Aschenbahn, also mit Unterbau) beteiligen. Zwischen 12 000 und 16 000 Euro an Zuschuss würde von der Regionalstiftung kommen, von der Sportstättenförderung rechnet sie mit zwischen 12 000 und 15 000 Euro an Unterstützung.

Variante drei: Die teuerste Variante ist die dritte, der Bau einer Kunststoffbahn inklusive Unterbau. Benz bezifferte die Kosten zwischen 100 000 und 120 000 Euro. Davon müsste die Stadt um die 39 000 bis 52 000 Euro selbst finanzieren. Zuschüsse würden in Höhe von 35 000 bis 40 000 Euro von der Sparkassen-Regionalstiftung und pauschal 38 000 Euro von der Sportstättenförderung fließen, so Benz. Der Bürgermeister plädierte für die Tartanbahn-Variante, weil sie rundum eine saubere Sache sei. Einen wesentlichen Grund sah er auch im geringen Pflegeaufwand. Denn bisher müssten die Bauhofmitarbeiter die bestehende Aschenbahn mehrere Male im Jahr von Unkraut befreien.

Außer Benz waren aber nur die Stadträte Rolf Baum, Ulrike Kesselring und Barbara Frieden von der Tartanbahn überzeugt, die große Mehrheit lehnte die teuerste Version der Sanierung ab. Thomas Schwarz, Jürgen Weber und Bernd Dosch enthielten sich. Nikolaj Blasi sah keinen Bedarf für eine Kunststoffbahn und wollte generell Plastik vermeiden. "Ein bisschen viel Geld im Verhältnis zur Nutzung durch die Schule", sah Andreas Ruder. Er war mit einer einfacheren Lösung zufrieden. Das Gremium entschied sich schließlich für Variante zwei, Komplettsanierung der Aschenbahn. Kurios war das Abstimmungsverhältnis. Die Variante wurde mit drei Ja-Stimmen (Klaus Deutschkämer, Nikolaj Blasi und Dieter Beck) beschlossen, alle anderen Mitglieder des Gremiums enthielten sich bei der Abstimmung.