Autozulieferer

Mahle streicht 7600 Stellen

dpa

Von dpa

Mi, 16. September 2020 um 19:36 Uhr

Wirtschaft

Der Autozulieferer Mahle will 2000 Jobs in Deutschland streichen. Kündigungen soll es laut der Personalchefin nicht geben. Was das für das Werk in Zell im Wiesental bedeutet, ist unklar.

Der Autozulieferer Mahle verschärft seinen Sparkurs. Das Stiftungsunternehmen will weltweit 7600 Stellen streichen, davon 2000 in Deutschland, wie der Vorsitzende der Geschäftsführung, Jörg Stratmann, am Mittwoch in Stuttgart mitteilte. Inwieweit die 460 Mitarbeiter im Mahle-Werk in Zell im Wiesental betroffen sind, ist unklar. Dazu wollte sich das Unternehmen auf Anfrage nicht äußern. Man trete nun in Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern ein, hieß es auf Anfrage.

Mit dem Betriebsrat sollten nun die Maßnahmen im Detail beraten und deren sozialverträgliche Umsetzung geplant werden, sagte Arbeitsdirektorin Anke Felder. Das Unternehmen fährt seit 2018 einen strikten Sparkurs und hat bislang weltweit 6700 Stellen abgebaut. Derzeit hat Mahle weltweit noch 72 000 Beschäftigte, davon knapp 12 000 in Deutschland.

Der Vize-Chef des Gesamtbetriebsrats, Dieter Kiesling, sieht die Schuld an der Misere nicht allein in den fehlenden Umsätzen durch die Corona-Krise und dem wachsenden Druck zur Kostensenkung. Die Transformation der gesamten Automobilindustrie dauere schon eine ganze Weile an und Mahle habe bis heute keine Perspektiven für die Verbrenner-Standorte vorgelegt.

Im vergangenen Jahr hatte der Konzern einen Verlust von 212 Millionen Euro nach einem Gewinn von 446 Millionen Euro 2018 gemacht. Der Umsatz ging im vergangenen Jahr um 4,2 Prozent auf 12 Milliarden Euro zurück. Mahle stellt herkömmliche Motorkomponenten wie Kolben, aber auch Filter und Pumpen für den Verbrennungsmotor her. Zunehmend setzt das Unternehmen auch auf Teile für Elektroautos.